Was kann ich gegen Uploadfilter und Leistungsschutzrecht für Presseverleger tun?

Boa, ich habe echt viel um die Ohren gerade und hab eigentlich null Zeit für politische Aktionen. Aber in Bezug auf die EU-Urheberrechtsreform (Artikel 11 und Artikel 13) kann man jetzt gerade noch versuchen etwas zu unternehmen… und/oder für immer schweigen.

Klassischer Brief
Schneckenpost

Also habe ich einen Brief an eine EU-Abgeordnete meiner Wahl geschrieben und dort meine persönlichen Argumente und Beispiele zusammengefasst und darum gebeten, gegen die Reform zu stimmen und angeboten bei Bedarf auch noch mal darüber zu reden.

Den Brief habe ich irgendwo zwischen dem Umherfahren meines Sohnes am Wochenende in der U-Bahn getippt… lange Geschichte.

Was könnt (und solltet) ihr tun?

Weitere Anregungen und Geschichten, Argumente und Erfahrungen unter: I am a Citizen.

ePub lesen und schreiben (Teil 1: Lesen)

Ich bin ein großer Fan des ePub Formats. ePub leistet in meinen Augen hervorragend das, wozu es entworfen wurde: Es ist ein geräteunabhängiges Ausgabeformat, das eine Anpassung der Inhalte auf die jeweiligen Ausgabegeräte zu lässt. Es ist vereinfacht so etwas, wie ein Format für HTML-Seiten zum Mitnehmen (technisch gesehen steckt auch nicht viel anderes dahinter).

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Ich benutze ePub zum Lesen von Büchern, von Romanen über Gedichte, Ratgeber, Lehrbücher bis hin zu Notizen für mich, wie Agendas bzw. Skripte oder Zusammenstellungen von Informationen, wie z.B. Materialsammlungen für Besprechungen, Vorträge usw.

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Einfache, standardisierte Bezahlplattform? [Updated]

Vor einiger Zeit las ich Besser als ein Leistungsschutzrecht ist eine einfache, standardisierte Bezahlplattform — CARTA.Im Grunde stimme ich dem auch zu. Das Leistungsschutzrecht geht sicherlich in die falsche Richtung. Ich weiß nur nicht, ob eine richtig gute Bezahlplattform wirklich die Lösung aller Probleme ist. Gut finde ich Bestrebungen, wie Flattr. Das hat so das Prinzip von einfachem spenden, wobei es auch Prinzipien der Marktwirtschaft mit einbringt. Ich kann das „pushen“, was mir gefällt. Wäre es aber allzu einfach, Inhalte hinter Bezahlfunktionen zu verstecken, bestünde die Gefahr, dass uns immer mehr verborgen bliebe, weil wir es einfach über Suchmaschinen nicht mehr finden. Vielleicht würden wir sogar dafür bezahlen, wenn wir es fänden. Oder wir bezahlen auf der anderen Seite für etwas, das zwar zunächst gut klingt, was aber am Ende nicht hält, was es verspricht. Der Vergleich zu iTunes stimmt hier. Nicht jeder Song war das Geld wert, das ich dafür bezahlt habe. Für andere hätte ich mehr gegeben. Ich persönlich wünsche mir also für 2011 mehr Flattr und weniger iTunes.

Update: Und gleich mal einen Flattr-Account besorgt 🙂

Rant gegen das BKA-Gesetz, Online-Durchsuchung und die Berater des Innenministeriums, die noch nicht in diesem Jahrtausend angekommen sind

Kai Biermann schreibt in der Onlineausgabe der Zeit einen sehr ordentlichen Kommentar zum BKA-Gesetz. Unbedingt lesenswert aber ein Garant für die Verbreitung schlechter Laune. Da mir aber auf Grund der Faktenlage auch nicht nach guter Laune ist, fühle ich mich genötigt, mit in „das ganze Gerede vom Überwachungsstaat“ mit einzustimmen.

Ich habe auf Grund meiner Ausbildung und Tätigkeit eine eher technische Sicht auf die Dinge, die ich im folgenden möglichst allgemeinverständlich darlegen werde. Ich kann plausibel darlegen, dass die Onlinedurchsuchung zwar dem unbescholtenen Bürger, nicht aber einem echten Terroristen schaden kann. Denn wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Onlinedurchsuchung sind zwar für den Hausgebrauch lästig und für die meisten nicht durchführbar, sind aber mit minimalem Aufwand für Terroristen und Schwerverbrecher zu leisten.

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Warum ich nun doch einen iPod habe

Nun habe ich also doch einen iPod. Dabei ist es doch noch gar nicht so lange her, da meine Analyse ergab, dass ich eigentlich gar keinen brauche. Warum also nun doch?

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Erst einmal: Meine Entscheidung fiel für einen iPod nano 8GB (3. Generation) in Silber. Vorher hatte ich den Vorgänger mit 2GB von Timo ausgiebig getestet. Warum ich nun doch einen iPod habe weiterlesen

DRM auf dem Rückzug?

iTunes ist gross geworden. Zu gross für die Musiklabels? Offensichtlich züchtet man sich nun mit Amazon ein anständiges Gegengewicht. Dort gibt es MP3s dann DRM-frei. Schon werden Gerüchte laut, Apple könnte ein Event planen, bei dem angekündigt wird, dass auch im iTunes-Store demnächst Musik ohne Kopierschutz die Regel und nicht die Ausnahme ist. Unser aller Guru Jobs hatte ja bereits gesagt, dass es an ihm nicht liegt. Aus meiner Sicht ist das genau der richtige Weg. Unsere Computer sind sowieso nicht dazu geeignet Daten nicht zu kopieren.  Es sind Bitkopierer. Und jeder Kopierschutz wurde auf die eine oder andere Art umgangen. Immer mehr schränkt man uns Verbraucher deshalb ein. Erfolglos! So, wie bei Amazon, zu anständigen Preisen in hinreichend guter Qualität kaufe ich doch öfter mal ein Album oder Einzelstück ein. Die Zeit der Medien (LPs / CDs) ist vorbei. Lieder sind hauptsächlich im Kopf und oft jetzt auch auf der Festplatte oder dem iPod. Zukünftig wohl verbraucherfreundlich und ohne Probleme auf jedem Player hörbar.

Informationsentzug

In Frankreich gibt es eine großartige neue Idee zur Bestrafung von Raubkopierern. Wer dreimal beim Runterladen von Raubkopien erwischt wird, dem wird das Internet einfach gekappt. Das blöde: Die Idee wird wohl generell als „ganz prima“ in anderen Ländern aufgenommen. Nun kann man das Internet auch für andere Dinge benutzen, als zur Verbreitung von Raubkopien. Es gab Zeiten, da haben wir von einem neuen Demokratiemedium geträumt. Schwierig zu zensieren und mit der Möglichkeit der Meinungsäußerung für praktisch alle. Moment mal… Vielleicht haben das doch einige Politiker gemerkt. Dann wäre das natürlich eine gute Masche, um „schwierige Personen“ mundtot zu machen. Raubkopien lassen sich doch relativ leicht unterschieben. Kommt ganz darauf an, wie hier technisch festgestellt wird, das so ein „Verbrechen“ stattgefunden hat. Spätestens mit einem schicken Trojaner (werden Bundestrojaner eigentlich auch exportiert?) lässt sich da was machen. Ich höre jetzt lieber auf. Ich will niemanden auf falsche Gedanken bringen. Oder vielleicht werde ich ganz plötzlich als Raubkopierer entlarvt?

Frankreich will Raubkopierern das Internet sperren – via Spiegel Online

Urheberrechtsnovelle und Terrorabwehr

Wir erinnern uns? Eines der Themen, die ich (auch auf diesem Blog) immer mal verfolgte, war das Urheberrecht und damit eng verknüpft natürlich das Recht der Konsumenten bzw. Benutzer. Während uns die Privatkopie erhalten bleibt, gibt es im neuen Recht keine Bagatellen mehr (via Schockwellenreiter). D.h. im Klartext: Wenn Dominik endlich so weit ist, auf dem Schulhof Klingeltöne zu tauschen, wandere ich in den Knast (Eltern haften für ihre Kinder), wenn ich es nicht schon längst bin, weil ich böse Hackertools genutzt habe. Aber vielleicht erlebe ich das ja gar nicht mehr, sondern bin durch mein Blog oder weil ich die Klappe mal wieder nicht halten konnte auf die Beobachtungslisten der Deutschen Terrorabwehr geraten und bekomme den präventiven Gnadenschuss.

Jetzt fragt sich der aufmerksame Leser: Was hat den Urheberrecht mit den Anti-Terrorgesetz zu tun? Das würde ich auch gerne wissen. Aber irgendwie haben es diverse Politiker immer wieder drauf, das zusammenzumischen.

PS: Ich hatte hier schon mal etwas zu Artikel 20 (4) GG geschrieben.