Werkzeuge zum Schreiben einer Dissertation am Mac

Meine Doktorschrift ist nun bei 112 Seiten Brutto (d.h. mit allen Verzeichnissen und Co) und damit kaum noch aufzuhalten. Da ist es an der Zeit zu verraten, wie man mindestens so weit kommen kann. Ich gebe jedoch zu, dass vieles, was ich hier zusammenstelle nicht unbedingt Macintosh-spezifisch ist, auch wenn darauf der Schwerpunkt liegen soll.

Hier nun meine Empfehlungen:

Promotionswerkzeuge.png

Für den Menschen

Das wichtigste ist, erst einmal ausreichend für sich selbst zu sorgen. Dazu empfehle ich Luft, Wasser, Schlaf, Ruhe und Zeitdruck.

Ich sitze lieber in Strickjacke und Pulli am Mac, habe aber genügend frische Luft. Die sollte man immer mal wieder rein lassen. Das hilft sehr! Genügend Wasser muss her. Wenn man dafür alle x aufs Klo muss, ist das nicht schlimm. Etwas Bewegung hilft auch den grauen Zellen auf die Sprünge. Schlafen sollte man so viel, wie es eben geht. Aber gerade, wenn ich in einer Woche 40 Seiten schreibe, habe ich auch meine Probleme mit dem Schlafen. Acht Stunden Schlaf Minimum sind bei mir die Garantie für flüssiges Arbeiten am nächsten Tag. Und dann braucht man etwas Ruhe. Wie auch immer man die beschafft. Ich höre gerne Musik, wenn ich z.B. Diagramme zeichne oder Routineaufgaben mache, schalte sie aber wieder aus, sobald es ans Texten geht. In Sachen Zeitdruck braucht man das richtige Verhältnis. Ich hatte jetzt eine Woche, in der meine Familie verreist war. In der Zeit habe ich rangeklotzt und alles andere sein gelassen. Auf der anderen Seite bringen einem Vorgaben nichts, die einfach unrealistisch sind und an deren Ende man gefrustet ist.

Schreibtisch

Ich ziehe es vor zwischenzeitlich immer mal am Küchentisch zu sitzen, wo ich viel Platz und keinen Computer habe. Das entspannt Augen, Arme und Hände und bringt mich auch mal an eine andere Sitzhaltung. Für diesen improvisierten Schreibtisch brauche ich: Genügend Schreibblöcke (A4, fertig gelocht, blanko), Karteikasten und Karteikarten (A6, blanko), ein Klemmbrett, Schreibgeräte. Mir persönlich bringt es etwas, die besseren Schreibgeräte zu benutzen. Ich benutze einen 30,- € Tintenroller, einen guten Stahlanspitzer und Faber Castell Bleistifte in B, 2B und 3B. Dazu habe ich einen kleinen Topf auf den Tisch gestellt, in dem ich die Anspitzreste versenken kann.

Hardware

Was die Mac Hardware angeht, so muss es für mich nichts großes sein. Ich habe einen Mac mini mit 2GB RAM und ansonsten Minimalausstattung. Die Bluetooth-Maus und -Tastatur würde ich nicht noch einmal für die Promotion kaufen. Stattdessen empfehle ich die einfache USB-Variante, weil bei der keine Akkus leer sind, keine Interferenzen auftreten etc. Persönlich bin ich, wie schon berichtet auf einen Logitech Trackball umgestiegen. Meine Daten sichere ich täglich auf einem 8GB USB Stick. Auf einer externen USB-Festplatte lasse ich Time Machine-Backups laufen.

Richtig wert sollte man auf einen sehr guten Bürostuhl und einen sehr guten TFT legen. Der muss hell und unglaublich scharf sein. Und Größe schadet hier auch nicht. Dafür muss er nicht schnell sein, denn wir wollen ja nicht spielen, sondern schreiben.

Software

Ich habe viel Software ausprobiert. Für mich haben sich die folgenden Werkzeuge als die Mittel der Wahl herausgestellt:

TeX Shop: LaTeX Umgebung
BibDesk: eine grandiose Literaturverwaltung
MacTeX: LaTeX Hintergrundsystem
Versions: Der beste SVN-Client unter MacOS X, den ich gefunden habe
OmniGraffle: Hervorragend für alle Arten von Zeichnungen und Diagramme
OmniOutliner: Sammeln, planen, ordnen, vorbereiten
Think: Macht den Bildschirm duster bis auf ein Programm. Das Werkzeug zum konzentrieren!

Versions, OmniGraffle und OmniOutliner sind kostenpflichtige Programme, für die ich aber für mich keinen adäquaten Ersatz gefunden habe.

Das Lexikon ist Bestandteil der MacOS X Distribution. Hierfür habe ich das deutsche Thesaurus gezogen. Sehr gut und kostenlos!

Demnächst erzähle ich dann noch, wie ich mit diesen Werkzeugen arbeite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.