3 Laufeinheiten pro Woche müssen schon drin sein

Seit einigen Jahren laufe ich immer mal wieder Halbmarathons. In Vorbereitung auf ein solches Event habe ich immer mein Trainingskontingent von einmal wöchentlich auf zwei Mal die Woche angehoben. Nur ein einziges Mal musste ich bislang einen Lauf abbrechen (bei über 30°C im Schatten). Meine Zeiten sind nicht bemerkenswert gewesen, aber es hat immer Spaß gemacht und ich wurde auch von Zeit zu Zeit besser.

Auszug: Liste von Laufevent

Meinen Trainingsplan hatte ich mir von einer Seite geholt, die damals ASICS angeboten hatte. Dort konnte man einstellen, wie lange es noch bis zum Event ist, wie der Leistungsstand heute ist und wie oft man in der Woche trainieren kann.

Nun gibt es diesen Dienst nicht mehr und ich war auf der Suche nach einem neuen Plan. In der Regel sehen Laufpläne für Halbmarathons drei Trainingseinheiten pro Woche vor. Da sich diese aber schwer für mich abbilden lassen, suchte ich weiter.

Schockiert musste ich feststellen, dass man als Läufer/in in Foren echt runter gemacht wird, wenn man nur die Frage stellt, wie man denn mit zwei Trainingseinheiten die Woche so einen Halbmarathon laufen kann. Man würde es nicht ernst meinen. Das sei seriös nicht machbar usw. Und dann heißt es, dass man doch immer einen Weg findet, die drei Einheiten unter zu bekommen.

Hallo? Was sind das für Leute in den Foren, die das für einen anderen Läufer (in dem Konkreten Fall eine Läuferin – alleinerziehende Mutter) beurteilen können?

In Laufmagazinen gibt es Artikel über den Streß, den man mit seiner Familie bekommen kann, wenn man es mit der Zeit fürs Laufen übertreibt. Wenn meine Frau mal für ein paar Tage auf Dienstreise ist und ich Kinder und Haushalt alleine schmeißen muss, bekomme ich eine dunkle Ahnung davon, wie es ist, alleinerziehend zu sein. Hinzu kommen Menschen, die sich leider mit mehreren Jobs über Wasser halten müssen. Vielleicht möchte man sich ehrenamtlich engagieren und braucht dafür auch Zeit? Vielleicht möchte man sich aber auch einfach nicht zum Sklaven dieses Lauplans machen, möchte es langsam angehen und beschließt einfach kraft der eigenen Wassersuppe: „Zweimal Laufen in der Woche reichen. Meine dritte Einheit absolviere ich auf dem Balkon, wo ich den lieben Gott einen guten Mann sein lasse.“

Was will ich eigentlich sagen?

  1. Man kann mit zwei Trainings die Woche einen Halbmarathon laufen!
  2. Ich vermisse den ASICS Dienst, bei dem man das so schön einstellen konnte.
  3. Läufer/innen sind so verschieden, wie Menschen. Akzeptiert sie mit ihren Absichten und Rahmenbedingungen doch einfach so, wie sie sind und erzählt ihnen nicht, wie sie zu leben haben!

Ich habe übrigens in einem Buch von Foodspring zum Thema Halbmarathon auch Trainingspläne mit zwei Einheiten pro Woche gefunden.

In den Foren wurde am Ende dann auch (leider sehr herablassend) beschrieben, dass man mit kontinuierlicher Erhöhung der Strecke über einige Woche (ich würde empfehlen immer einmal pro Woche 5-7 km und einmal länger werdend bis ca. 17 km) an so einen Halbmarathon ran kommt. Die Woche vor dem Event sollte man dann nur noch ganz langsame Läufe mit 7-8 km machen.

Und ich habe eine Möglichkeit gefunden, wie ich für mich drei Läufe in der Woche einbauen kann: Ich laufe jetzt zwei Mal die Woche von der Arbeit nach Hause. Nicht komplett, das würde vom Trainingsplan nicht passen. Ich fahre ein paar Stationen mit dem Bus und renne dann den Rest. Mit OSM kann man leicht ausmessen, wie weit man fahren muss, damit die Strecke stimmt. Dafür habe ich mir ein paar Laufschuhe besorgt, die im Büro ok sind (für besondere Events stehen da noch ein paar Businessschuhe rum).


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