Digitale Kompaktkamera – Lumix DMC LX-2

Es ist nun schon eine Weile her, da habe ich mir eine kleine digitale Kompaktkamera zugelegt.  Eine Panasonic Lumix DMC LX-2. Warum und warum gerade diese und was ich damit mache, davon möchte ich hier kurz berichten.

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Selbstportrait mit Lumix LX-2

Zu meiner Canon EOS 10D gibt es keine Konkurrenz und da ist auch keine nötig. Mein Minimal-Equipment ist die EOS 10D mit dem Tamron 2.8/28-75mm bzw. dem Canon EF 2.8/28mm, wenn es mal klein und handlicher sein soll. Analog fotografiere ich noch gerne mit der EOS 30, wenn ich einfach mal Zeit habe und einen ordentlichen Film-Look haben will. Die EOS 300x habe ich nur dann dabei, wenn ich mit zwei Filmen hantiere (z.B. verschiedene Empfindlichkeiten). Aber eigentlich ist die 300x nur noch eine Ersatzkamera.

Warum jetzt nun noch eine digitale Kompaktkamera?

  • Die Lumix passt in meine Jackentasche im Winter bzw. kann im Sommer einfach an den Gürtel gehängt werden (hierzu habe ich natürlich auch für die kleine eine Kalahari-Tasche besorgt). Für die Spiegelreflex-Kameras braucht man schon eine Tasche oder Platz im Rucksack o.ä. Die Lumix fällt weder von Größe noch vom Gewicht auf und kann einfach immer mitkommen.
  • Die Lumix kann ich bedienen, auch wenn ich meinen Sohn auf dem Arm habe oder, was häufiger vorkommt, mein Kind vor dem Bauch im Ergo-Carrier. Ein Argument für die LX-2 war tatsächlich die einhändige Bedienbarkeit.
  • Mit meinen SLRs falle ich überall auf. Wenn ich mal von einer Szene mit Menschen Bilder machen möchte, ohne die Szene durch meine Anwesenheit zu stören, dann ist die Lumix prima, weil sie nicht auffällt bzw. einfach das ist, was sie alle haben. Schon oft ist es mir passiert, dass man mich mit der LX-2 hat Aufnahmen machen lassen, ich aber wegen meiner 10D „angemacht“ wurde. Die 10D hat wohl einen Hauch von Sensationsjournalismus oder große Kameras sind gefährlicher… ich weiß es nicht. Auf jeden Fall sind die Leute bei der LX-2 großzügig, was das stille oder explizite Einverständnis für Fotos angeht.
  • Die Lumix eröffnet mir selbst neben meinen SLRs neue Perspektiven. So ist es dank Live-Display möglich, aus sehr hohen oder sehr niedrigen Perspektiven Bilder zu machen. Neuere DSLRs können das auch. Für die paar mal, wo das aber spannend ist, reicht mir echt die LX-2, die wie ich hier gerade beschreibe ja noch andere Vorteile bietet.
  • Die digitale Kompaktkamera ist im Gegensatz zu den SLRs lautlos. So kann ich auch fotografieren, wenn mein Sohn schläft – ohne, dass ihn das Auslösegeräusch weckt. Gleiches gilt natürlich für alle Situationen, wo vor allem der Lärm der Kamera stört und gar nicht die Kamera selbst.
  • Mit der Lumix kann ich, wie mit fast jeder aktuellen digitalen Kompaktkamera kleine Filmchen aufnehmen. Das ist ganz witzig fürs Familienalbum, ich denke aber auch über andere Anwendungsgebiete nach, zumal iLife mir auf dem Apple eine nahtlose Schnittstelle dazu bietet.
  • Die LX-2 ist immer da und bereit, selbst wenn die große gerade im Spezialeinsatz ist. So ist die große gerne mal irgendwo auf ein Stativ geschraubt und mit einem obskuren Objektiv versehen, wenn an anderer Stelle entscheidende Dinge passieren. Dann kommt die kleine zum Einsatz.
  • Auch meine Frau nutzt die kleine Kamera gerne mal. Und da die LX-2 ja kein Gewicht hat, gibt es dann doch auch mal das eine oder andere Foto, auf dem auch ich mal zu sehen bin.

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Traditionsbahn in Berlin-Reinickendorf 

Da ich sonst immer mit der EOS unterwegs bin, muss ich einfach ein paar Dinge herausstellen, die schon entscheidend gegen den Einsatz der kleinen LX-2 sprechen. Hier sind natürlich Äpfel mit Rosinen verglichen. Aber würde ich diesen Teil weg lassen, stellte sich der unbedarfte Leser vielleicht die Frage, wozu man überhaupt eine SLR braucht.

  • Die 10D wird immer beschimpft, weil sie als eine der frühen DSLRs noch ein ziemlich starkes Rauschen hat. Im Vergleich kann ich bestätigen: Das Rauschen der 10D ist bis ISO 1600 absolut vertretbar. Die LX-2 sieht bei ISO 100 sehr glatt und angenehm aus. Bei ISO 400 ist das Rauschen schon auffällig und bei ISO 1600 ist es wirklich extrem. Die Kamera hat sogar eine Einstellung für ISO 3200. Man muss sich aber darüber im klaren sein, dass man von diesen Aufnahmen keine Fineart-Prints machen kann. Hierzu noch die kleine Fußnote, dass Kodak einen neuen TMAX 400 raus gebracht hat, der ein extrem feines Korn haben soll. Den teste ich demnächst mal an. Liegt schon hier im Regal. Also analog wird auch „Rauschen“ reduziert. Wobei das nicht das gleiche ist. Das diskutier ich gerne mit jedem immer wieder neu.
  • Das Rauschen der LX-2 ist im Gegensatz zur 10D sehr unschön. Das liegt daran, dass bei der kleinen Kamera Rauschmuster entstehen, die die Bildwirkung zerstören. Im Gegensatz dazu rauscht die 10D mehr oder weniger gleich verteilt. Das setzt zwar insgesamt u.U. die Bildqualität bei der EOS herab (muss aber nicht),  erhält jedoch Bildidee und -aufbau. Nicht so bei der Lumix.
  • Lichtstark (f 2.8) ist die Lumix LX-2 nur im Weitwinkel. Der fängt bei 2:3 Bildformat bei ca. 35mm KB-Equivalent an (perfekt für Street-Photography) bzw. bei 16:9 Bildformat sogar bei ca. 28mm. Im Normal- und Telebereich geht die Lichtstärke schnell runter.
  • Der LCD-„Sucher“ ist ok. Ist aber schon ein ganz anderes Fotografieren, als bei einer Spiegelreflex. Das Arbeiten mit dem LCD sorgt schon für erhebliche Abstriche.
  • Eines meiner Hauptarbeitsmittel bei der Fotografie ist der Schärfeverlauf. Auf diesen hat man mit der LX-2 nur wenig Einfluss. Ein Trick ist der Makrobereich (siehe Selbstportrait oben). Hierbei macht sich dann wieder positiv bemerkbar, dass man auf dem großen Display schon eine gute Vorstellung von der Schärfe bekommt. Die Enttäuschung folgt oft dann am Bildschirm.

Warum habe ich das mal zusammengestellt? Ich habe des öfteren die Fragen in den Foren gelesen: „Soll ich mir eine DSLR zulegen oder reicht nicht eine kleine kompakte.“ Wenn ich mir diese Frage stellen müsste, würde ich immer sagen: DSLR. Aber das kommt natürlich darauf an. Ich habe jetzt einfach beides zur Hand.
Warum nun aber ausgerechnet die LX-2?

  • Mir hat im Vergleich die Optik sehr gut gefallen. Nutzt man den Blitz oder hat man genug Licht bekommt man wirklich überzeugend scharfe und Detailreiche Bilder.
  • Der Stabilizer in der Kamera ist sehr schön und ermöglicht auch sehr lange Belichtungszeiten aus der Hand. Das ist das, was man mit der kleinen Kamera normalerweise will.
  • Die LX-2 ermöglicht das Fotografieren im RAW-Modus. Gerade für mich, als Schwarzweiss-Fan sind ein paar Bit mehr (jedes weitere Bit verdoppelt den Dynamikumfang und wir reden hier von 12Bit statt 8!) einfach Gold wert. Die interne JPEG-Verarbeitung der Kamera ist jedoch in der Regel ausreichend gut, so dass ich oft nur mit JPEG arbeite (im Gegensatz zur 10D, wo ich immer mit RAW arbeite aber nur deshalb, weil ich mich sonst ärgere, dass das ansonsten perfekte Foto leider zu wenig Bits hat).
  • Die LX-2 ermöglicht einen manuellen Fokus. Den stellt man mit einem Schalter am Objektiv ein (d.h. den Autofokus aus) und hat dann einen kleinen Joystick auf der Rückseite, mit dem man so scharf stellen kann, wie man das gerne hätte. Dazu vergrößert die LX-2 einen Bereich aus der Bildmitte, damit man besser sieht, was wie scharf ist. Funktioniert prima!
  • Überhaupt gibt es eine ganze Zahl an Schaltern und Knöpfen direkt an der Kamera, was einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen bietet. Daran kranken die meisten digitalen Kompaktkameras. Nicht so die LX-2, die mir als Fotografen noch viel Gestaltungsspielraum lässt.
  • Vielen ist die LX-2 bereits zu groß und zu schwer. Ich finde, sie liegt für eine kleine sehr gut in der Hand und macht einen extrem stabilen Eindruck.
  • Der Weißabgleich ist nach meinem Verständnis sehr gut und liefert sehr ausgeglichene, neutrale und natürliche Farben. Für die rosige Haut, die man bei anderen Kameras schon mitgeliefert bekommt, muss man so noch mal im Lightroom drehen. Aber für mich als Amateur ist eine neutrale Ausgangssituation immer schon am angenehmsten.
  • Die Anfangsblende von f2.8 gekoppelt mit Empfindlichkeiten von ISO 100-1600 bzw. 3200 in einem Spezialmodus machen Available-Light-Aufnahmen mindestens möglich.
  • Der Blitz ist normalerweise im Gehäuse versenkt. Er kann nur über einen mechanischen Schalter aktiviert werden, der den Blitz dann aus dem Gehäuse springen lässt. Zum einen hat der Blitz so einen besseren Abstand zur optischen Achse zum anderen kann es mir so nie passieren, dass der Blitz mal aus Versehen auslöst.

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Annette und Dominik beim „skypen“ mit Andreas

Es sind schon einige Bilder im Umlauf, die ich mit der neuen Lumix gemacht habe. Wer hat die Bilder gesehen? Ich bin gespannt, ob ihr sehen könnt, was mit welcher Kamera gemacht ist.

Es gilt ja immer die Grundsatz: Fotos machen die Fotografen und nicht die Kameras. Meine Bilder mit Ollis 5D sind nicht besser, als meine mit der 10D. Man kann aber nicht alles mit jeder Kamera machen. Die Lumix hat meine Möglichkeiten stark erweitert auch, wenn ich gerade wieder mit der 10D in der S-Bahn sitze (beim Notizen machen zu diesem Artikel). Mit meinen EF-Objektiven kann die Lumix ebensowenig mithalten, wie mit dem Available-Light-Verhalten einer erwachsenen DSLR.

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Turmstrasse, nachts aus dem Auto heraus

Solche Bilder (s.u.) aber sind für den jungen Vater Investitionsgrund genug.

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Dominik und sein erster Schnee (Foto: Annette)

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