Und wie schützt Du Deine Daten?

In meinem Blog habe ich tatsächlich eine Kategorie Datenschutz. Ist eine Unterkategorie von „Geek“. Könnte oder sollte vielleicht besser eine Unterkategorie von „Leben“ sein. Das viele, die Raider nicht mehr kennen auch nix mehr mit dem Begriff Datenschutz anfangen können, wurde mir mal wieder beim Lesen dieses Artikels bewußt, den mir Sebastian zugeschickt hat: Das Wort zum Montag: Datenschutz
Wir brauchen eine große Kampagne für den Datenschutz, wenn es überhaupt wieder einen geben soll. Oder ist das einfach nicht mehr zeitgemäß? So, wie wir den Klimaschutz auch aufgegeben haben? Warum gehören solche Dinge überhaupt zusammen? Umweltschutz, Datenschutz, … Beides hat irgendwie damit zu tun, dass man das technisch machbare einfach nicht tut. Nicht tut, zum Schutz der Umwelt, der Menschen als Teil der Umwelt zum Schutz eines lebenswerten Lebens.

So, und wer hier bei Datenschutz an seine Backups denkt, muss nachsitzen!

6 Gedanken zu „Und wie schützt Du Deine Daten?“

  1. Seltsam.
    Hatten wir da beide zur selben Zeit denselben Gedanken? Oder ergab sich da 1 aus dem anderen?
    Isch kann da nur sagen: es gibt so viele Hausaufgaben nachzuholen, daß ich reichlich nachzusitzen habe.
    Weiß der Geier warum, aber es kommt mir gerade wie Aufwachen vor. Aus der Narkose.
    Also packen wir’s an.

  2. Bei „Datenschutz“ fallen mir immer die Bremser ein, die in einer Behörde hocken und nur für den Datenschutz zuständig sind. Die sind sonst völlig unwichtig, haben mit dem echten Leben oder dem echten IT-Betrieb sonst nichts am Hut und haben auch sonst nichts zu sagen.

    Wenn man dann mal ein innovatives IT-Projekt in der Behörde vom Zaun brechen möchte, was wirklich Steuergelder sparen könnte, dann kriechen diese Leute aus ihren Löchern, bringen ihre ganzen Freunde mit und feiern diesen Tag (der in dieser Form vielleicht einmal im Jahr bei denen vorkommt) ausgiebig:

    Für einen Vormittag mal kein kleines Würstchen sein, voll auf die Kacke hauen, den Dutzend IT-Leitern, IT-Beratern und IT-Spezialisten am Tisch mal die Datenschutz-Welt erklären und das ganze Projekt schon in der Planungsphase tot machen.

    Die sollen mir mal im Dunkeln begegnen …

    ;)

  3. @Katrin: Natürlich gehört die Verfügbarkeit von Daten auch in den großen Bereich „Datenschutz“. Insofern kannst Du schon mal mit Deiner Backup anfangen. Nur sollte es nicht dabei bleiben.

    @Herr Ziegel: Geben Sie doch bitte gleich auch noch die URL zu Ihrem Artikel an, damit auch meine Leser da mal hin browsen und sich an der Diskussion beteiligen.

    @Lars: Im Grunde werden alle Interessensvertreter gerne als „Bremser“ bezeichnet. Ich habe gerne einen Bremser dabei, wenn ich mit Volldampf auf den Abgrund zusteuere. Steuern sparen oder nicht ist natürlich ein Argument. Aber nicht zu jedem Preis. Diese Datenschutzbeauftragten versuchen in Wirklichkeit auch Deine und meine Interessen zu vertreten. Ich kenne hier an der Uni schon zwei Datenschutzbeauftragte und bin dem stellvertretenden von Berlin auch schon persönlich begegnet. Mit keinen von denen hatte ich je ein Problem. Denn ich konnte immer konstruktiv an einer Lösung arbeiten. Ich persönlich finde es gut, dass ich mich als Innovator nicht nur gegenüber irgendwelcher Controller verantworten muss, sondern auch gegenüber solcher Instanzen, wie Personalrat und Datenschutz. Niemand ist frei von Fehlern. Und da sind wir auch schon wieder beim Kern von dem Pudel oder Dackel oder was auch immer. Ich erlebe es oft, dass Informatiker schon zum Datenschutzbeauftragten als eine Pflichtveranstaltung gehen, weil das sein muss und ihnen schon beim Weg dahin klar ist, dass seine tollen Ideen zertreten werden („Was für ein Arschloch.“). Es gibt noch mehr, als funktionale Anforderungen! Wir machen das ganze hier für Menschen. Und deren Rechte gehören geschützt. Völlig egal, ob man ohne diesen Schutz nicht ein paar von ihren eigenen Euros sparen kann. Und wenn Du so einem Datenschützer mal im Dunkeln begegnest, sei Dir nicht so sicher – vielleicht stehe ich ja neben ihm ;-)

  4. In eine solche Diskussion werfe ich doch gerne mal den Link BSI für Bürger. Nach dem Motto: „I’m starting with the men in the mirror.“, kann man hier schon mal selbst die wichtigsten Informationen und auch Software für zu Hause beziehen. Für mich als Linux- und MacOS X-Nutzer ist da nicht so viel Software dabei aber die Infos sind genauso richtig.

    Wem die Sprache dort zu „benutzerorientiert“ ist, der kann sich die „BSI Seiten für Profis“ geben! ;-)

    Die Broschüren finde ich sehr gelungen. Insbesondere den Leitfaden für IT-Sicherheit kann ich nur jeden ans Herz legen. Den sollte man auch mal dem Firmenchef in die Hand drücken. Die paar Seiten kann wirklich jeder mal lesen.

  5. Ich würde mir eher einen verbindlichen Leitfaden für Datenschutz wünschen, der regelt, wie die Einrichtungen, denen ich meine Daten anvertraue damit umzugehen haben. Ohne den real existenten Austausch/Verkauf meiner Daten hätte ich schon einen großen Schritt in Richtung Rückerlangung meiner informationellen Selbstbestimmung gemacht. Und dann kann ich mir auch wieder vernünftig Gedanken machen, wie ich Systeme sicher mache. Denn solange Nutzer ihre Daten völlig freiwillig Einrichtungen wie Payback, studiVZ o.ä. in den Rachen schmeissen und sich mit ihren „echten eMail Adressen“ auf sämtlichen Seiten im Internet anmelden, ist Datenschutz in Deutschland sowieso ein kühner Traum. Die Sensibilität beim deutschen Michel für Datenschutz tendiert gegen Null („Ich hab doch nix zu verbergen…“ bzw. „Was sollen die damit schon anfangen?“) und erst wenn die ersten Krankenversicherungspolicen durch gutes Profiling abgelehnt werden bzw. ich keinen Job bekomme, weil mein studiVZ Profil nicht gefällt, wird es den Leuten langsam dämmern, was verschränkte Datenbanken so alles leisten können, wenn die richtigen bzw. falschen Leute davor sitzen. Nur isses dann halt zu spät. Und alle, die es jetzt schon besser wissen, reichen als Bremser auf dem Weg zum Abgrund leider nicht aus. Ein vielschichtiges Problem, dessen Lösung nur zu spät kommen kann… imho.

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