Photographische Reduzierung – Hightech reduziert auf die Wurzeln

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Ich hatte mir überlegt, zu meinem Geburtstag ein neues Objektiv zu leisten. Es gibt viele schöne Objektive, die interessant wären. Zur Auswahl standen hier z.B. das Sigma 1.4/30mm, ein extrem lichtstarkes Normalobjektiv auf der digitalen Kamera oder das Tamron 2.8/90mm, ein hammerscharfes Makro-Objektiv, das an der analogen Kamera ein perfektes Portrait-Objektiv abgibt.

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Ich habe mich für keines von beiden entschieden. Der Grund: Meine Ausrüstung ist völlig in Ordnung. Es geht darum gute Aufnahmen zu machen und nicht, neues Equipment zu kaufen. Dabei kann neues Equipment aber auch einen neuen Kreativitätsschub geben.

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Um sich einen kreativen Kick zu verpassen, muss man aber nicht immer tief in den Geldbeutel greifen. Ein Kalender, den in in Ahrenshoop gefunden habe bracht mich schließlich zurück auf eine Idee, die Klaus H. schon vor Jahren hatte: „Mann kann doch ganz einfach aus einer Spiegelreflex- eine Lochkamera bauen.“

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Klar, kann man das. Aber warum sollte man das tun? Unscharfe Bilder kann ich auch mit Photoshop erzeugen oder indem ich den Fokus verstelle. Aber ganz so einfach ist es halt nicht. Mit so einem Pinhole-Aufsatz auf der DSLR versetzt man seine Hightech-Kamera zurück in das photographische Steinzeitalter.

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Man zwingt sich, auf eine Art zu arbeiten, auf deren Ideen man normalerweise nicht kommen würde und die vor allem einfach nur „Nos“ in der Photographie sind. Diese Aufnahmen hier von Amy sind frontal mit Blitz aufgenommen, die Aufnahme oben vom Stativ mit einigen Sekunden Belichtungszeit.

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Die Ergebnisse sind immer schemenhaft, ungenau… Andeutungen. Und genau damit möchte ich ab und an spielen. Ich möchte nur die Idee von einem Bild geben.

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Und das möchte ich nicht, indem ich das Bild bei der Bearbeitung kaputt mache, sondern gezielt beim Fotografieren – sozusagen als Erlebnis.

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Meine ersten Versuche halte ich persönlich für vielversprechend. Aber ich muss natürlich auch erst üben. Das Fotografieren mit einer Pinhole ist doch entschieden anders, als man es gewohnt ist.

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Nun noch ein paar technische Details und Links:

Eine Lochkamera lässt sich leicht aus einer analogen oder digitalen Spiegelreflexkamera bauen, wenn man nicht eine eigens dafür konzipierte Kamera bauen möchte. Eine Anleitung dafür habe ich im Netz gefunden. Daumenwerte für Belichtungszeiten etc. kann man sich via Software berechnen lassen. Es gibt natürlich auch Portale für Pinholes im Netz. Ich bin nicht der erste, der eine 10D (zeitweilig) zur Lochkamera umgebaut hat. Ich habe mir aber das Erstellen des Pinhole-Objektivs inkl. Lochmessung erspart und mir ein Zörk Camera Obscura-Set bestellt. Das passt mit T2-Adapter auf die EOS 10D oder die 30. Spannender weise finde ich dieses Set weder auf den Zörk-Seiten noch bei Foto-Brenner, wo ich das Set bestellt habe.

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