ePub lesen und schreiben (Teil 2: Schreiben)

Nachdem in Teil 1 das Lesen von ePUB Büchern behandelt wurde, möchte ich im 2. Teil auf das Schreiben dieser eingehen. Dabei kann man die Software in mindestens drei große Kategorien einteilen:

  1. Software, die ePUB als Ausgabeformat anbietet (ggf. als eine von vielen Export-Varianten),
  2. Schreib- bzw. Publishing-Programme, die zum Erstellen von ePUB entwickelt wurden,
  3. Wandler, die aus einem bestimmten Eingabeformat ePUB generieren.

Für alle drei Kategorien werde ich hier mindestens ein Beispiel präsentieren. Die Liste ist natürlich lange nicht vollständig. Es gibt einigen Quellen, die hier weiterführende Informationen bereitstellen.

ePUB als Ausgabeformat – das praktische Feature

Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich mal mit VoodooPad. Nach meinem Umstieg von Linux auf OS X faszinierte mich der Gedanke eines lokalen Wikis, geschützt auf meiner eigenen (ggf. sogar verschlüsselten Festplatte). Mit großem Interesse habe ich dabei festegestellt, dass sich die fertigen Wikis dann als ePUB exportieren lassen. So kann ich z.B. Sammlungen von HOWTOS oder meine eigene kleine Forschungs-„Datenbank“ auch auf meinen eBook-Reader übertragen oder wo ich sie am besten gebrauchen kann. Selbstverständlich kann man auch gezielt ein Buch über diesen Weg in VoodooPad erstellen. Sehr schön in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Markdown zur simplen Formatierung.

VoodooPad.png

Ulysses ist keine Textverarbeitung, kein Editor o.ä. sondern so etwas, wie eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für Autoren. Dabei spiele es keine Rolle, ob man nun Webartikel verfasst, wissenschaftliche Arbeiten oder Romane.

Ulysses.png

Sehr gelungen finde ich Trennung der verschiedenen Phasen beim Schreiben. Sammeln, Strukturieren und Schreiben ist genauso abgebildet, wie dann das Layout bzw. die Ausgabe in verschiedenen Formaten. Eines dieser Formate ist hier wiederum ePUB.

Ulysses Terminal.png

Selbst Apples Pages aus dem iWork-Paket beherrscht die Ausgabe von ePUB Dokumenten. Damit diese gelingt, sollte die eigens hierfür bereitgestellte Vorlage benutzt werden. So kann man als Pages-Nutzer jedoch ohne den Umweg über andere Software auf gewohnte Weise seine Dokumente erstellen und diese dann via ePUB ausgeben.

Native ePUB Autorenwerkzeuge – die Spezialisten

Neben den Werkzeugen, die „auch“ ePUB ausgeben können gibt es ferner solche, die speziell als ePUB Editoren entwickelt wurden. Ein ebenso einfaches, wie freies und funktionales Werkzeug für genau diesen Zweck ist Sigil. Mit Sigil kann man aus einem unformatierten ASCII-Text Schritt-für-Schritt ein ePUB gestalten. Angefangen von Textformatierungen über navigierbare Inhaltsverzeichnisse bis hin zu Metadaten kann mit Sigil alles ausgearbeitet werden. Sigil steht für viele Plattformen (Mac, Linux, Windows) zur Verfügung.

Nur für Mac und spezialisiert für ePUB auf dem iPad ist iBooks Author. iBooks ist eine Art WYSIWYG Editor für iBooks. Neben Text lassen sich hier auch diverse Multimedia-Inhalte einfügen, die dann aber natürlich nicht mehr auf einfachen eBook-Readern angezeigt werden können.

iBook Author.png

Converter – der Modulare Weg

Mit pandoc steht ein Konvertierungswerkzeug zur Verfügung, das aus unterschiedlichen Eingangsformaten (Markdown, HTML, reST, LaTeX, …) verschiedene Ausgabeformate, wie PDF, ODT oder ePUB erzeugen kann. Auch kann man von Textile nach Makdown wandeln oder von LaTeX nach reStrucuredText. Im Zusammenhang dieses Artikels ist jedoch vor allem wichtig, dass man aus allen möglichen textbasierten Eingangsformaten ePUB generieren lassen kann.

Es gibt übrigens auch Webseiten, die aus Webseiten ePUB generieren können. Eine Funktion, die ich öfter mal genutzt habe, um mir lange Artikel in ruhe durchlesen zu können. Heute gehe ich häufig den Weg über Instapaper, weil ich mir dadurch gleich mehrere zusammengehörige Seiten zusammentackern kann.

Tatsächlich gefällt mir die Idee, aus Markdown via pandoc ePUB erzeugen zu können. Meine DayOne Aufzeichnungen ließen sich bei einem Text sehr leicht nach ePUB wandeln, das auf unterschiedlichen Readern einwandfrei angezeigt wurde.

Zusammenfassung

Über eBooks im Allgemeinen und ePUB im Speziellen habe ich bereits einige Male hier im Blog berichtet. Mit der wachsenden Bedeutung von eBooks steigt auch die Zahl von nützlichen Tools zur Erzeugung von ePUB, wie auch die für das Lesen; ob in Soft- oder Hardware. Das Bereitstellen DRM-freier ePUB-Artikel oder Bücher stellt mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen kein Problem mehr dar. Verzichtet man auf DRM, so ist der Leser auch in der Wahl der von ihm verwendeten Lesegeräten frei.

Ich persönlich bin ein Fan von pandoc. Nachdem ich einen Artikel mit WriteRoom oder iA Writer geschrieben habe, lässt sich dieser leicht via pandoc in ein ePUB verwandeln. Aber auch das Konzept von Ulysses fasziniert mich.

Wie auch immer die Artikel entstehen. Entscheidend ist der Inhalt und richtig das Werkzeug, dass den Autoren den besten Fokus auf den Inhalt bietet.

Wer mehr zum Thema eBooks gibt es z.B. in den kostenlosen eBooks, die der Schockwellenreiter hier mal zusammengestellt hat.

Ein Gedanke zu „ePub lesen und schreiben (Teil 2: Schreiben)“

  1. Hinweis: wer seine Dokumente sowieso in DocBook XML erstellt, kann mit den zugehörigen XSL Stylesheets problemlos auch Epub als Ausgabeformat (neben HTML und PDF) erzeugen. Aus eigenet Erfahrung funktioniert das sehr gut, ist abet nicht für GUI-Anhänger gerignet 🙂

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