{"id":28,"date":"2006-07-31T09:00:50","date_gmt":"2006-07-31T07:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/weblog.hildania.de\/2006\/07\/31\/ich-will-ein-besserer-kunde-werden\/"},"modified":"2006-07-31T09:00:50","modified_gmt":"2006-07-31T07:00:50","slug":"ich-will-ein-besserer-kunde-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/2006\/07\/31\/ich-will-ein-besserer-kunde-werden\/","title":{"rendered":"Ich will ein besserer Kunde werden"},"content":{"rendered":"<p>Was zeichnet einen guten Kunden aus? Er kommt ruhig und h\u00f6flich ins Gesch\u00e4ft und wartet geduldig, bis ein Verk\u00e4ufer Zeit und Lust hat, sich seiner anzunehmen. Er ist stets unterw\u00fcrfig und von der Kompetenz des Verk\u00e4ufers angetan. Er wird nat\u00fcrlich exakt seine Anforderungen fachlich korrekt mitteilen k\u00f6nnen, jedoch das kaufen, was der Verk\u00e4ufer gerade da hat und <strike>was die beste Gewinnmage hat<\/strike> was der Verk\u00e4ufer f\u00fcr am besten h\u00e4lt. Daf\u00fcr bezahlt er dann auch gerne mal ein paar Euro mehr. Selbstverst\u00e4ndlich ist er danach mit dem Produkt zufrieden und kommt gerne immer wieder.<\/p>\n<p>Das trifft nicht nur f\u00fcr Gegenst\u00e4nde, sondern auch f\u00fcr Essen und Dienstleistungen zu. Bei Dienstleistungen nimmt man sich gerne auch mal ein paar Tage oder Wochen frei, um <strike>vergeblich auf die Handwerker zu warten<\/strike>  staunend den Fortschritt der Arbeiten beobachten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Warum gelingt es mir nicht, ein guter Kunde zu sein?<\/p>\n<p><!--more--> Annette schleckt gerne mal ein Eis. Nat\u00fcrlich nicht irgendwas von irgendwo, sondern gerne auch das teure Eis vom Eisladen. Der will ja auch unterst\u00fctzt werden. Wie verwunderlich ist es dann aber, wenn der Typ, der da vorn an der Kasse steht immer noch ein Eis mehr bestellt, die drei Kollegen, die sich gerade die N\u00e4gel feilen aber einfach nur abwartend in der Ecke stehen. Klar war mindestens der eine bestimmt f\u00fcr die G\u00e4ste an den Tischen zust\u00e4ndig. Aber es h\u00e4tte bestimmt nicht weh getan, mal an der Theke auszuhelfen. Annette ist ohne Eis gegangen. Das Geld ging an eine gro\u00dfe Restaurationskette, die zwar kein so leckeres Eis anbietet, aber z\u00fcgig bedient.<br \/>\nEine (f\u00fcr mich) gr\u00f6\u00dfere Investition steht wieder mal ins Haus. Ich m\u00f6chte wieder mal Photozeug kaufen. Vorab habe ich mich bei Freunden und Bekannten sowohl \u00fcber Tests und Vergleiche im Internet und Co informiert und mich auf ein Produkt festgelegt. Drei Klicks und ich h\u00e4tte das gute St\u00fcck im Internet bestellt. F\u00fcr mich gilt aber die eigene Regel: Bekomme ich das Produkt zu einem \u00e4hnlichen Preis bei einem lokalen H\u00e4ndler, so unterst\u00fctze ich den. Schlie\u00dflich m\u00f6chte ich auch, dass die Arbeitspl\u00e4tze hier erhalten bleiben und ich m\u00f6chte gerne jemanden haben, zu dem ich gehen kann, wenn ich Probleme habe oder eine kleine Reperatur oder nur eine Beratung brauche. Ich frage mich aber: Warum finde ich in 2 Minuten 50 Internetanbieter mit Preis und mein Fotofachgesch\u00e4ft kann mir in zwei Werktagen keinen Preis nennen? Ich gehe nun zu einem anderen Anbieter. Hier in der Stadt. Ich werde mehr Geld bezahlen, als im Internet. Aber ich m\u00f6chte meiner Idee treu bleiben.<\/p>\n<p>Das waren nur zwei Geschichten aus den letzten drei Tagen. Ich frage mich, warum mir vor allem der Einzelhandel aber auch das Handwerk Steine in den Weg legt, wenn ich versuche, genau diese zu unterst\u00fctzen. Sicher m\u00f6chte ich als Kunde oft Dinge, die vielleicht l\u00e4stig sind, fordere hier mehr, als \u00fcblich oder bin kritischer als andere. Aber ich bin sogar bereit, mehr Geld auszugeben, wiederzukommen, weiterzuempfehlen usw. Das Problem ist die Einstellung.<\/p>\n<p>Aus erster Hand haben Annette und ich geh\u00f6rt, wie ein Cafe eine Ex-Kellnerin zu Lehrg\u00e4ngen einl\u00e4d, um dem neuen Personal beizubringen, wie man mit Kunden umgeht, denn die Kundschaft wandert ab.<\/p>\n<p>Leute, nicht immer ist es der geringere Preis, der vom lokalen Anbieter abwandern l\u00e4\u00dft. Manchmal ist es einfach auch nur der Service. Und manchmal liegt es einfach auch nur daran, dass man &#8211; ich sag jetzt mal ganz zuf\u00e4llig &#8211; mehrere Wochen auf eine einfache Objektivtasche warten muss. Vielleicht bestellt sich auch der eine oder andere lieber den Maler aus Polen in seine Wohnung, weil der einfach mal am Samstag kommt oder nach Dienstschluss. Und vielleicht bestellt auch meine Mutter lieber ihren Roman bei Amazon, als im sympatischen Buchladen um die Ecke, weil die nette Verk\u00e4uferin dort auf die Frage: &#8222;Haben sie den Roman XY da?&#8220;, nur &#8222;Nein. Haben wir leider nicht da.&#8220;, geantwortet hat und nicht z.B. sowas, wie: &#8222;Nein, gerade nicht vorr\u00e4tig. Aber wenn sie ihn haben wollen, bestelle ich ihnen das Buch. Es ist morgen oder \u00fcbermorgen da und ich rufe Sie dann an.&#8220; Ist ein haufen Arbeit. Klar. Aber wer sich diese nicht macht, halt bald keine mehr. Und das der EUR nicht mehr so locker sitzt ist nicht der einzige Grund!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was zeichnet einen guten Kunden aus? Er kommt ruhig und h\u00f6flich ins Gesch\u00e4ft und wartet geduldig, bis ein Verk\u00e4ufer Zeit und Lust hat, sich seiner anzunehmen. Er ist stets unterw\u00fcrfig und von der Kompetenz des Verk\u00e4ufers angetan. 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