{"id":2452,"date":"2011-01-31T21:34:47","date_gmt":"2011-01-31T20:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/weblog.hildania.de\/2011\/01\/31\/phasen-zur-arbeitsstrukturierung\/"},"modified":"2011-01-31T21:34:47","modified_gmt":"2011-01-31T20:34:47","slug":"phasen-zur-arbeitsstrukturierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/2011\/01\/31\/phasen-zur-arbeitsstrukturierung\/","title":{"rendered":"Phasen zur Arbeitsstrukturierung"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div style=\"text-align: center;\">\n  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/weblog.hildania.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Phasen1.jpg\" width=\"640\" height=\"92\" alt=\"Phasen.jpg\" \/>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\">\n  \n<\/div>\n<p>Die Idee von der Einteilung der Arbeit in Phasen ist uralt. Das Denken in Abschnitten ist uns praktisch von der Natur vorgegeben. Die Jahreszeiten bestimmen die Arbeitsschritte beim Ackerbau, eine Jagd beinhaltet immer wieder \u00e4hnliche Schritte, die durchzuf\u00fchren sind, unser ganzes Leben l\u00e4sst sich in Abschnitte teilen. So verwundert es nicht, dass auch kreative Arbeit, wie das Musizieren, die Bildende Kunst aber auch das technische und lyrische Schreiben klassischer Weise in Schritte oder Phasen eingeteilt werden kann. Die fortschreitende Digitalisierung bietet uns jedoch die M\u00f6glichkeit, die Grenzen zu verwischen. Ich gehe so weit zu sagen, dass sie uns in Versuchung f\u00fchrt, phasenlos zu arbeiten, was leicht zu einer unstrukturierten und ineffizienten Arbeitsweise f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die Erleuchtung kam mir beim Mixen. Harddiscrecording, genauer das Aufnehmen, Arrangieren und Abmischen, sowie Mastern von Musik l\u00e4sst sich mit moderner Software auf einem handels\u00fcblichen PC oder Mac hervorragend realisieren. Dabei kann man immer zwischen der Aufnahme, dem Arrangement, dem Mix und wieder der Aufnahme hin und her springen. Doch stellte ich fest, das unsere \u201cgewachsenen\u201d Aufnahmen nie so recht rund werden wollten. Den entscheidenden Hinweis bekam ich aus einem Buch \u00fcber digitales Produzieren von Musik, in dem dazu geraten wird, die Phasen einzuhalten, die man vom alten Handwerk mit Tonb\u00e4ndern und Mischpult noch kennt. Erst muss das St\u00fcck fertig sein. Dann werden alle Aufnahmen gemacht und danach macht man sich an den Mix, bevor das St\u00fcck gemastert wird. Und ich muss sagen: Die ersten so entstandenen Aufnahmen sprechen f\u00fcr sich. Und nicht nur das. Ich bin mir sicher, auch erheblich schneller zum Ergebnis zu kommen.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr die Musik gilt, gilt auch f\u00fcr das Schreiben oder f\u00fcr Projekte im allgemeinen. Fr\u00fcher hat man sich eine Idee, einige Thesen oder Fragestellungen aufgeschrieben, ist in die Bibliothek gegangen, hat dort eine Weile zu einem Thema recherchiert, sich Notizen gemacht und ist dann zur\u00fcck, um einen Entwurf und schlie\u00dflich eine Niederschrift oder einen Druck zu erstellen. Heute kann ich praktisch st\u00e4ndig zwischen Recherche und Layout, Text und Notizen hin und her springen. Kurz: So sieht das Ergebnis dann auch aus. Und oft sitzt man dann lange Zeit daran, aus dem Gewurschtel, wenn \u00fcberhaupt ein Ergebnis existiert, einen lesbaren und in sich schl\u00fcssigen Text zu machen. Der Trend f\u00fchrt da hin, den letzten Schritt einfach komplett zu streichen, m\u00f6chte ich gerne noch zynisch hinzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Meine dringende Empfehlung ist, sich seine Arbeit in einzelne Abschnitte zu zerteilen, evtl. sogar Zeiten daf\u00fcr vorzusehen und dann eine Phase nach der anderen zu durchlaufen. Abh\u00e4ngig vom jeweiligen Ergebnis ist es nat\u00fcrlich m\u00f6glich, den einen oder anderen Schritt zu wiederholen oder sogar mehrere Schritte zur\u00fcckzugehen, um sp\u00e4ter zu einem besseren Ergebnis zu kommen. Nur sollten die Phasen nicht zu kurz sein und sollte man nicht zu fr\u00fch dazu neigen, einen Zwischenstand zu verwerfen.<\/p>\n<p>Es hilft ferner f\u00fcr die einzelnen Abschnitte einen Ortswechsel zu vollziehen oder wenigstens andere Werkzeuge zu benutzen. So recherchiere ich gerne am Schreibtisch mit dem gro\u00dfen TFT oder sitze an einem anderen Tisch mit einem Buch, schreibe aber sehr gerne auf dem kleinen Netbook, weil das f\u00fcr einfachen Text schlicht optimal ist. Layout etc. \u00fcbernehme ich dann gerne wieder am gro\u00dfen Rechner. Wie bekannt mache ich Skizzen und Gliederungen auch gerne mal analog oder mit speziell daf\u00fcr vorgesehenen Programmen.<\/p>\n<p>Um sich auf einen neuen Abschnitt konzentrieren zu k\u00f6nnen, helfen auch Riten weiter. Das muss nicht unbedingt das Enthaupten von H\u00fchnern oder Ausweiden von Schweinen vor dem n\u00e4chsten Gitarrentake sein. Es reicht mir z.B. aus, vor dem Niederschreiben eines Textes erst einmal alle unn\u00f6tigen Programm zu schlie\u00dfen, mir ein Glas Wasser oder einen Kaffee zu holen, die Notizen zurechtzulegen und etwas zu l\u00fcften bevor ich dann loslege. Durch stetige Wiederholung kann man sich selbst darauf trainieren, immer schneller konzentriert bei der Sache zu sein. Irgendwann f\u00e4ngt man automatisch zu tippen an, wenn jemand ein Fenster \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Phasen m\u00fcssen heute oft nicht mehr sein und ein flexibles Hin und Her ist jeder Zeit m\u00f6glich. Jeder sollte sich jedoch fragen, ob er mit einer freiwilligen Einteilung nicht strukturierter und schneller zum Ziel kommt. Orte, Werkzeuge oder auch selbst erdachte Riten k\u00f6nnen helfen, die Phasen einzuhalten und sich darauf einzustellen.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n<a href=\"https:\/\/weblog.hildania.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Phasen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/weblog.hildania.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Phasen-tm.jpg\" width=\"100\" height=\"14\" alt=\"Phasen.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fr\u00fcher hat man sich eine Idee, einige Thesen oder Fragestellungen aufgeschrieben, ist in die Bibliothek gegangen, hat dort eine Weile zu einem Thema recherchiert, sich Notizen gemacht und ist dann zur\u00fcck, um einen Entwurf und schlie\u00dflich eine Niederschrift oder einen Druck zu erstellen. &#8230; Die fortschreitende Digitalisierung bietet uns jedoch die M\u00f6glichkeit, die Grenzen zu verwischen. 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