{"id":2154,"date":"2010-04-23T14:24:59","date_gmt":"2010-04-23T13:24:59","guid":{"rendered":"https:\/\/weblog.hildania.de\/2010\/04\/23\/warum-ich-auch-heute-noch-immer-kein-doktor-bin\/"},"modified":"2010-04-23T14:24:59","modified_gmt":"2010-04-23T13:24:59","slug":"warum-ich-auch-heute-noch-immer-kein-doktor-bin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/2010\/04\/23\/warum-ich-auch-heute-noch-immer-kein-doktor-bin\/","title":{"rendered":"Warum ich auch heute noch immer kein Doktor bin"},"content":{"rendered":"<p>Ich muss zun\u00e4chst ein paar Dinge klarstellen: Erstens m\u00f6chte ich hier niemanden anschw\u00e4rzen oder in die Pfanne hauen. Die Nebenrollen in meiner eigenen kleinen Trag\u00f6die haben entweder nur genau das gemacht, wof\u00fcr sie bezahlt wurden oder eben kleine Fehler, die einfach mal passieren k\u00f6nnen. Zweitens m\u00f6chte ich hier nicht rum heulen, obwohl es schwer ist die Geschichte in G\u00e4nze einfach mal nur sportlich zu sehen. Auf der anderen Seite bin ich es gewohnt, dass &#8211; sagen wir &#8211; nicht immer alles glatt l\u00e4uft und es hat mich noch nicht davon abgehalten am Ende doch ans Ziel zu kommen.<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte: Am 9. Februar 2010 habe ich, <a href=\"https:\/\/weblog.hildania.de\/2010\/02\/09\/der-tag-war-lang-machen-wir-es-kurz\/\">wie<\/a> hier <a href=\"https:\/\/weblog.hildania.de\/2010\/02\/28\/meine-wissenschaftliche-aussprache-in-bildern\/\">berichtet<\/a> meine wissenschaftliche Aussprache gehabt. Formal letzter Schritt ist danach nur noch die Ver\u00f6ffentlichung der Arbeit und die Aush\u00e4ndigung der endg\u00fcltigen Urkunde. Von einem Gutachter hatte ich noch ein paar Hinweise bekommen in Bezug auf die Notation bestimmter Sachverhalte in meiner Arbeit und es waren nat\u00fcrlich wie immer noch ein paar sprachliche Dinge zu verbessern.<\/p>\n<p>\n<!--more--><\/p>\n<p>Meine Frau machte sich also ran, und arbeitete die ganze Arbeit noch mal sprachlich durch. Ich berichtigte die noch gefundenen Kleinigkeiten. Inhaltlich hat sich praktisch nichts ver\u00e4ndert. Aber solche Kleinigkeiten kosten kr\u00e4ftig Zeit. Da ich in meiner Elternzeit vor allem im Bett gelegen und gehustet habe, kam ich erst danach so richtig weiter.<\/p>\n<p>Vorgestern habe ich mir dann einen Tag frei genommen und die Arbeit komplett zu Ende korrigiert. Man, was schwirrte mir der Kopf danach.<\/p>\n<p>Nun zum Plan: Plan war, am Donnerstag die Arbeit in den Copyshop zu geben, um dort noch mal die geforderten Papierexemplare f\u00fcr die Unibilbiothek zu drucken &#8211; sch\u00f6n mit Pr\u00e4gung und edel. Freitag sollte dann die Abgabe von CD-ROM und Druck, sowie der \u00fcblichen Formulare etc. folgen. Danach kann man eigentlich mit der Quittung von der Bibliothek die Urkunde in der Falkult\u00e4t abholen gehen.<\/p>\n<p><b>Es kam nat\u00fcrlich etwas anders.<\/b><\/p>\n<p>Bei der Abgabe im Copyshop teilte man mir mit, dass das Pr\u00e4gen des Titels nicht nur erheblich kostet, sondern auch ca. drei Werktage dauern w\u00fcrde. Ferner sei die Arbeit zu d\u00fcnn, um den Buchr\u00fccken bedrucken zu k\u00f6nnen. Spontan entschloss ich mich auf jede Art von Pr\u00e4gung zu verzichten und setzte die gew\u00fcnschte Fertigstellung auf Freitag 9.00 Uhr an.<\/p>\n<p>Verschiedene Faktoren beim Abgeben der Kinder in der Kita sowie Umst\u00e4nde auf dem Weg zur\u00fcck nach Hause und mit dem Fahrrad zum Ernst-Reuter-Platz sorgten daf\u00fcr, dass ich erst gegen 10.00 Uhr am Copyshop war. Nicht schlimm. Die Unibiliothek nimmt Dissertationen ja bis 12.00 Uhr an.<\/p>\n<p>Die weiteren Formulare hatte ich im B\u00fcro geparkt. Ich holte dort also alles ab und fuhr runter zur Unibiliothek. Nach etwas Wartezeit dort &#8211; man muss in den Arbeitsbereich dort hin begleitet werden &#8211; wurde ich an den Platz gef\u00fchrt. Dort wurden dann alle Unterlagen, die gedruckten Exemplare etc. entgegengenommen und gepr\u00fcft. Dann kam die CD-ROM mit dem PDF dran. Die Druckversion hatte ich wie auch die Online-Version jeweils mit PDF-LaTeX erstellt und einmal mit und einmal ohne Hyperref-Paket \u00fcbersetzt. Ergebnis sind zwei Versionen. Eine mit sichtbaren Links, die andere ohne. Ansonsten sind die PDFs identisch.<\/p>\n<p><b>So die Theorie&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Nach eingehender Pr\u00fcfung teilte mir die Bibliotheksmitarbeiterin mit, dass Druck- und Onlineversion nicht identisch sein. Und tats\u00e4chlich war ein Bild in der Onlineversion anders umgebrochen worden, was dazu f\u00fchrte, dass einige Seiten verschobene Abs\u00e4tze hatten. Zwar gilt die Onlineversion meiner Arbeit als die offizielle Quelle. Aus formal-rechtlichen Gr\u00fcnden muss diese aber mit der Papierversion identisch sein, da diese zum Nachweis hinterlegt wird und keine SHA-256 Checksumme oder etwas \u00e4hnlich sinnvolles.<\/p>\n<p><b>Man schickte mich also unverrichteter Dinge zur\u00fcck.<\/b><\/p>\n<p>Ok. Nun war guter Rat teuer. LaTeX davon zu \u00fcberzeugen, in der Onlineversion wirklich keinen Umbruch anders zu machen, als in der Papierversion k\u00f6nnte mich die n\u00e4chsten paar Wochen meiner Freizeit kosten.<\/p>\n<p>Ich traf also eine radikale Entscheidung: Ich fuhr mit dem Rad zur\u00fcck zum B\u00fcro, kopierte das PDF vom Copyshop (die Version ohne Hyperlinks) auf eine frische CD, klierte dort mit Filzstift die n\u00f6tigen Angaben drauf und fuhr zur\u00fcck zur Bibliothek.<\/p>\n<p>Um 11.15 Uhr war ich wieder beim Pf\u00f6rtner. Eine gef\u00fchlte Ewigkeit sp\u00e4ter hatte ich eine Quittung in der Hand, die mir best\u00e4tigte, meine Dissertation nun ver\u00f6ffentlicht zu haben.<\/p>\n<p>Ich fuhr gleich weiter zum Fakult\u00e4tssekretariat. Dort teilte mir dann eine Zimmernachbarin mit, dass die Sekret\u00e4rin gerade auf einer Fortbildung sei, ich aber gute Chancen h\u00e4tte, sie im laufe des Tages noch mal anzutreffen. Ich hinterlegte meine Quittung bei der Zimmernachbarin und trug mir einen Termin im Kalender ein.<\/p>\n<p>Um etwa diesem Termin gegen 14.00 Uhr erreichte mich eine E-Mail aus dem Sekretariat. Ich m\u00fcsste noch mal ein unterschriebenes Abstract meiner Arbeit vorbei bringen. Also besorgte ich mir schnell mal meinen Erstgutachter und brachte ihm ein Abstract zur Unterzeichnung vorbei.<\/p>\n<p>Wieder auf dem Fahrrad zur\u00fcck zum Fakult\u00e4tssekretariat. Dort das Abstract abgeworfen. Und da bekam ich sie&#8230; meine Urkunde. Auf festem gestrichenem Papier, mit Pr\u00e4gung, Stempel, vielen Unterschriften. So, wie so eine Urkunde aussehen sollte.<\/p>\n<p><b>Leider&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Der Titel meiner Arbeit war falsch geschrieben. Statt &#8222;Umfassendes Autorisierungsmanagement&#8220; stand auf der Urkunde &#8222;Umfassendes Automatisierungsmanagement&#8220;. Damit bedankte ich mich f\u00fcr die M\u00fche bis dahin und gab das gute St\u00fcck wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nun warte ich auf die korrigierte Version und habe immerhin noch mal die Chance etwas dazu zu schreiben.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einem Gutachter hatte ich noch ein paar Hinweise bekommen in Bezug auf die Notation bestimmter Sachverhalte in meiner Arbeit und es waren nat\u00fcrlich wie immer noch ein paar sprachliche Dinge zu verbessern.   &#8230;  Nun zum Plan: Plan war, am Donnerstag die Arbeit in den Copyshop zu geben, um dort noch mal die geforderten Papierexemplare f\u00fcr die Unibilbiothek zu drucken &#8211; sch\u00f6n mit Pr\u00e4gung und edel. &#8230;  Verschiedene Faktoren beim Abgeben der Kinder in der Kita sowie Umst\u00e4nde auf dem Weg zur\u00fcck nach Hause und mit dem Fahrrad zum Ernst-Reuter-Platz sorgten daf\u00fcr, dass ich erst gegen 10.00 Uhr am Copyshop war. &#8230;  Ich traf also eine radikale Entscheidung: Ich fuhr mit dem Rad zur\u00fcck zum B\u00fcro, kopierte das PDF vom Copyshop (die Version ohne Hyperlinks) auf eine frische CD, klierte dort mit Filzstift die n\u00f6tigen Angaben drauf und fuhr zur\u00fcck zum Bibliothek.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,14],"tags":[21,22],"class_list":["post-2154","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leben","category-phd","tag-doktorarbeit","tag-leben"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2154\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weblog.hildania.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}