Schreiben mit dem Mac – Teil I: Wo ist das Problem?

Eigentlich sollte dieser Artikel bereits im Februar erschienen sein. Laut WordPress, hatte ich ihn aber nie freigegeben. Kommt das folgende irgendjemanden bekannt vor?

Natürlich möchte ich mit dem Titel dieses Artikels etwas provozieren. Schreiben mit dem Mac? Was sonst? Mach doch einfach! Aber mir geht es in diesem Artikel nicht darum, einen Editor oder eine Textverarbeitung zu benutzen, sondern um den Prozess des Schreibens in Gänze. Wie schreibt man einen Blog- oder Fachartikel oder ein Buch, wie z.B. eine Dissertation. Und so wird auch klar, wie ich überhaupt darauf komme, mich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es geht um kreatives, wie auch um wissenschaftliches Schreiben und um Werkzeuge, die den Prozess unterstützen.

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Ich werde im folgenden den Prozess des Schreibens noch einmal aus meiner Sicht skizzieren und dann zusammenstellen, welche Werkzeuge mir auf meiner Suche im Netz aufgefallen sind, ohne diese jedoch alle zu testen und gegenüberzustellen. Allerdings werde ich klarstellen, welche Werkzeuge mir persönlich zugesagt haben und warum.
Um es an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich zu sagen: Es geht in diese Serie nicht um den kleinen Zweizeiler, den ich manchmal ins Blog stelle, um auf einen interessanten Link hinzuweisen oder die E-Mail, die ich einem guten Freund schicke, weil ich mich mitteilen will (obwohl hier Sorgfalt und Planung oft wirklich angebracht wären). Es geht um einen Bericht, einen Fachartikel, ein Fachbuch oder auch ein Roman, Drehbuch, … Kurz: Es geht um einen meist längeren Text, der einem nicht einfach so vom Himmel fällt, sondern der erarbeitet werden will.

Das Stichwort ist an dieser Stelle schon gefallen: Ich werde diese Abhandlung als „Serie“ veröffentlichen, weil ich aus der Vergangenheit gelernt habe, dass die Zahl der Leser und leider auch die Resonanz mit der Länge des Artikels abnimmt. Das liegt an den Lesegewohnheiten meiner Blogleser. So ein Artikel muss nun einmal in die Mittagspause oder den Moment Ruhe zu Hause passen, den man gerade hat. Darauf kann ich Rücksicht nehmen und den Artikel in kleinen Häppchen anbieten, was für mich auch den Vorteil hat, dass ich bereits beim Schreiben auf die Resonanz eingehen kann. Das Medium Weblog lässt diese Art Schreiben zu. Und da sind wir schon mitten im Thema.

Sicherlich gibt es verschiedene Vorgehensweisen für das Schreiben. Ich persönlich gehe das Schreiben, wie im Grunde jedes Projekt wie folgt an (frei nach David Allen, Getting things done):

  1. Projektziel definieren: Und das heißt auch wirklich Aufschreiben, was der Text bewirken soll und bei wem. Und welche Grundsätze dabei zu beachten sind. Während des ganzen Prozesses ist es sinnvoll, sich immer mal wieder das Ziel vor Augen zu führen. Manchmal ändern sich Ziele auch bei der Arbeit. Dann sollte man das aber auch bemerken.
  2. Vision erarbeiten: Hierbei geht darum sich so konkret wie möglich und so abstrakt wie nötig vorzustellen, wie das Ergebnis später aussehen soll, um sich besser darüber klar zu werden, was ich habe und was mir auf dem Weg zum Ziel noch fehlt. Ferner ist das eine Quelle der Motivation.
  3. Die Optionen auf den Tisch legen: Das heisst beim Schreiben, zusammenzustellen, was man weiss und was noch fehlt, nach links und rechts zuschauen. Oder mit einem Wort: Recherche.
  4. Arbeitsschritte planen: Und im Gegensatz zu dem, was David Allen dazu schreibt, heisst das für mich auch die Fragmente zu strukturieren und damit zu einer Form der Gliederung zu kommen.
  5. Loslegen, machen, ackern: Irgendwann muss man feststellen, dass man genug vorbereitet hat und muss einfach schreiben.

Und wie schon im Punkt „Projektziel definieren“ angeklungen ist, handelt es sich bei den hier aufgeführten Phasen nicht um ein Programm, das sequenziell abläuft, sondern um Abschnitte, die evtl. mehrfach durchlaufen werden müssen, wenn man beispielsweise beim Schreiben feststellt, dass die Recherche noch Lücken hat oder die Recherche eine völlig neue Vision zum Vorschein bringt.

Das Stichwort „Yojimbo“, das mir irgendwo in den Einstellungen von Missing Sync for iPhone unter kam, löste bei mir eine Recherche nach Werkzeugen auf dem Mac zum Thema Schreiben aus. Denn wenn ich hier in meiner Babykurzpause nicht wirklich zur Arbeit an der Dissertation komme, so kann ich die Zeit nutzen, um die Axt zu schärfen und mir über einiges klarer zu werden. So die Idee. Das Thema lies mich lange Zeit nicht los. Es folgt nun mein ganz persönliches Ergebnis in Teilen. Dabei werde ich mich langsam den Prozess des Schreibens entlang bewegen und jeweils Methoden und Werkzeuge mit und ohne Mac beschreiben. Denn natürlich lässt sich alles sowohl mit, als auch ohne EDV-Unterstützung irgendwie bewältigen.

Im nächsten Teil geht es um die Zieldefinition und die Festlegung der Grundsätze.

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PS: Wer noch Tipps zu den angeschnittenen Themen hat oder Anmerkungen zu meiner Einleitung, sei hiermit ermutigt, einen Kommentar zu hinterlassen oder mir eine E-Mail zu schreiben. Ich freue mich immer über Anmerkungen.

Ein Gedanke zu „Schreiben mit dem Mac – Teil I: Wo ist das Problem?“

  1. hey,

    finde ich sehr interessant und bin auf die serie gespannt.
    da hier schon tools wie yojimbo angesprochen werden, mich würde im speziellen interessieren welche tools man verwenden kann um seine ganzen pdfs/ebooks/paper anderes „referenzmaterial“ zu organisieren.(mac :P)

    grüße und herzlichen glückwunsch noch zur fertigen diss

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