Mein ganzes Leben auf dem Laptop

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Es ist schon etwas her, da sagte mein Doktorvater in einem Zusammenhang, den ich hier nicht weiter erörtern möchte etwas wie, er habe sein “ganzes Leben” auf seinem Apple Notebook. In Hannover unter den ganzen Datenschützern sagte Constanze zum Thema Bundestrojaner (aka Computerwanze) auch so etwas, wie: Privates und geschäftliches sei bei ihr einfach gemischt auf dem Laptop und kaum noch wirklich zu trennen. Und auch, wenn es in der Vergangenheit nicht so war, so hat der Laptop, auf dem ich diese Zeilen jetzt gerade tippe tatsächlich den gleichen Status. Wer diese Festplatte hier durchsucht, weiss einfach alles über mich. Jedenfalls fühlt es sich so an. Nacktfotos bei den Strafverfolgungsbehörden und Rektaluntersuchungen können keine unangenehmere Vorstellung sein.

Auf der einen Seite freue ich mich, dass ich endlich das Universalwerkzeug unter den Fingern habe, von dem ich doch eigentlich immer geträumt habe. Auf der anderen Seite macht es mir auch Angst.

Zeit, Sicherheitsmassnahmen jenseits der Festplattenverschlüsselung zu nutzen. Schadensminimierung? Geht das überhaupt? Auf jeden Fall gehören diese Daten hier besser geschützt, als das bislang der Fall ist.

4 Gedanken zu „Mein ganzes Leben auf dem Laptop“

  1. Etwas Offtopic, aber als Mama kriege ich Herzklopfen, wenn ich das sehe: Als erste Sicherheitsmaßnahme zwecks Schadensminimierung jenseits des Notebooks solltest du mal die Wippe deines Sohnes von den Stühlen runternehmen und auf den Boden stellen. Diese Konstruktion da ist reichlich gefährlich. Unterschätzt bitte nie die Mobilität von den Zwergen!
    Von dem anderen Zeugs habe ich leider keine Ahnung. ;)

  2. Ich mag gar nicht dran denken, was es eigentlich bedeutet, ein Dackel-Blog auf so unsicherer Software wie WordPress zu betreiben. Da stehen so viele persönliche Informationen von Bärbel (meinem Dackel) drin. Ein Einbruch und eine Manipulation der im Blog geschilderten Dinge könnte fatalen Einfluss auf Bärbels Leben haben.
    Man stelle sich vor, auf einigen ungesicherten Blogs werden Meldungen plaziert, dass wieder einmal ein Kind von einem durchgeknallten Kampfhund fast totgebissen wurde. Dazu nimmt man einige Fotos von Bärbels Blog, macht die schön unscharf und montiert grausige Fotos und eine gruselige Geschichte zusammen. Nach der recht einfachen Verteilung dieser Unwahrheiten, gibt man Klatsch-Reportern bekannter Blätter einen Tipp. Da diese sowieso nie den Wahrheitsgehalt prüfen, kommt die Story gleich aufs Titelblatt – die passenden unscharfen Fotos werden gleich weiterverwendet. Von nun an ist es Wahrheit, die verbreitet wurde. Die Spur zu Bärbel lässt sich mit entsprechenden Blogeinträgen direkt im Dackel-Blog legen: Ein paar Trainingsberichte aus rechtsradikalen Todeshundlagern in Holland, ein kleiner Ausflugsbericht zur betreffenden Tatzeit in den betreffenden Kindergarten und ein Bericht über ein kleines Kinder-Namens-Armband am Tag darauf im Kot.
    Ich war grad im Urlaub und hab von der Manipulation des Dackel-Blogs nichts mitbekommen. Wenige Tage später komme ich zurück und dank Google ist Bärbel den Fahndern ins Netz gegangen. Die Wohnungstür wird aus den Angeln gesprengt, man stürmt meine Wohnung. Aus Angst vor dem Monstrum wird aus drei Betäubungsgewehren gleichzeitig gefeuert. Ein Pfeil trifft mich. Im Halbdusel bekomme ich noch mit, wie meine gesamte IT zur Beweissicherung abtransportiert wird.
    Bärbel und ich sind nun in U-Haft, die Fahnder am Tisch gegenüber vergleichen mit grimmigen Blick die unscharfen Fotomontagen mit Bärbel und mir … alle Beteuerungen, dass ich die Berichte nicht geschrieben habe, helfen nichts … und dass ich Schäubles Bundestrojaner auf dem Blogserver entdeckt und gelöscht habe, spricht auch nicht grade für mich …

  3. @Martina: Absolut „On-Toppic“, denn Du solltest zumindest so viel Ahnung von dem „Zeugs“ haben, dass Dir bewusst ist, welchen Gefahren Du Dich und auch Deine Familie aussetzt, wenn Du das eine oder andere am Computer machst oder was es für Dich und Deine Familie bedeutet, wenn das eine oder andere sich nun rechtlich ändert. Gerade als Mutter solltest Du Dich dafür stark machen, dass Deine Kinder nicht im Schatten ihrer manipulierbaren digitalen Teilidentitäten aufwachsen, sondern als freie Individuen in einer Welt in der man auch unbeobachtet Dinge tun kann und in denen Dummheiten auch eines Tages vergessen werden.

  4. Hildi, natürlich mache ich mir auch Gedanken über das Thema, bin mir aber bewusst, dass ich hinsichtlich der Gesetzgebung und Zukunftsentwicklung nicht wirklich viel ausrichten kann. Ich tue die Dinge, die ich tun kann, wenn es soweit ist, lasse sie auf mich zu kommen und versuche dann, damit klar zu kommen. Das klingt in deinen Ohren jetzt vermutlich ziemlich fatalistisch. Vielleicht ist das auch so. Aber das ist meine Entscheidung, ich habe derzeit genug andere Dinge in meinem Kopf, um die ich mich jetzt kümmern muss. ;)
    Was Verschlüsselungstechnik von Festplatten angeht, habe ich eben keine Ahnung, mein Gatte allerdings schon. Deshalb kann ich dazu eben nichts schreiben (außer vielleicht, dass ICH nicht alles auf ein und demselben Laptop rumschleppen würde), zum Thema Kindersicherung/-heit allerdings schon, das ist mir Herzenssache. ;)

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