Nachrichten – nervige Unterbrechung des Konsum- und Unterhaltungsblocks

Sat.1 hat keine Lust mehr auf Nachrichten und “[…] Söder verlangt auch eine Debatte darüber, „ob unser Medienrecht noch zeitgemäß ist“. Es könne nicht angehen, „dass es bestimmten Unternehmen in der Medienbranche ausschließlich um Gewinnmaximierung geht“. […]”. Diese Aussage ist für mich nicht wirklich verständlich, halte ich doch die ersatzlose Streichung nicht-konsumbezogener Informationen für sehr zeitgemäß. AKW-Pannen sind doch nur für die Strompreise relevant und Onlinedurchsuchungen befördern doch beim unbescholtenen Normalbürger sowieso nur Viagra- und Schwanzverlängerungsangebote zu Tage. Informationen brauchen wir doch nur über saubillige Angebote. Vor diesem Hintergrund könnte es doch nicht zeitgemäßer sein, auf das unnötig beunruhigende und wenig unterhaltsame Geschwafel von wirtschaftsschädlichen Schwarzmalern zu verzichten. Mit den Nachrichten soll sich doch mein Börsenmakler befassen. Und der hat ja noch N24.

Und für alle anderen gibt es Anregungen zur Umgestaltung der Fernbedienung beim Ringfahnder.

3 Gedanken zu „Nachrichten – nervige Unterbrechung des Konsum- und Unterhaltungsblocks“

  1. Im Prinzip ist es völlig egal, ob Sat.1 die Nachrichten streicht: Zum einen ist Sat.1 nur ein Sender aus einer ganzen Gruppe von Sendern, die auch Nachrichtenangebote haben. Zum anderen ist eine Informationsvielfalt eh nicht gegeben, da die meisten Medien eh ein und dieselben Agenturmeldungen ohne eigene Recherche, ohne Hintergrundberichte und ohne (auch gerne subjektive!) Kommentare wiederkäuen. Was geht uns also verloren, wenn Sat.1 die nachrichten streicht? Ich behaupte: Nichts. Und das meine ich keineswegs sarkastisch. Das deutsche Medienrecht _ist_ antiquiert und entspricht der heutigen Realität nicht mehr, es geht von wenigen analogen Frontalprogrammen aus. Es berücksichtigt nicht, daß ich im Internet Al Jazeera schauen kann. Es beschert uns Radiosender,die uns mit dussligem Gequatsche zwischen der Musik nerven, weil es das Konzept eines reinen Musiksenders, der von mir aus einmal in der Stunde Nachrichten sendet und sich von Werbung finanziert nicht zuläßt, sondern irgendeinen sinnlosen „Wortanteil“ vorschreibt, will man seine 24-Stunden-Frequenz haben. Sorry, das ist viel Aufregung um nichts, es ist ncihts weiter als ein Symptom einer sich verändernden Welt, es ist vielmehr eine Reaktion, als eine Aktion.

  2. Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass der medienkritische, moderne Internetnutzer in die Lage versetzt wird, zumindest Meldungen unterschiedlicher Färbung selbst zu recherchieren und unter vielen Umformulierungen evtl. auch die unterschlagenden Fakten findet. Vielleicht ist das Problem aber auch eher die von Stefan Niggemeier beschriebene Abkehr vom eigenen Qualitätsanspruch: Die Quote ist tot, es lebe die Rendite. Ich habe im Leben vielleicht zwei Mal Sat.1 Nachrichten gesehen und aus dieser Stichprobe geschlossen, dass ich sie nicht brauche.

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