Genesis im Olympiastadion in Berlin

Bei der “We can’t dance”-Tour von Genesis war ich seiner Zeit nicht dabei. Die Karten waren mir einfach zu teuer. Später sah ich dann die Aufzeichnungen dieser Tour im Fernsehen und ärgerte mich sehr, dieses Ereignis verpasst zu haben. Bei der “Calling all Stations” war ich dabei, aber nicht Phil Collins. Nun ist Phil Collins für mich nicht der Grund Genesis zu hören. Und insofern fand ich auch diese Tour sehr sehens- und hörenswert.

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Nun ist der Phil wieder mit dabei und wenn ich mich richtig erinnere, machen die drei ihre zweite “Turn it on again”-Tour. Annette und ich wollte hin gehen. Annette musste schließlich beim Kind bleiben. Für sie sprang letztlich Tina ein, so dass die Genesis-Fans von DD&D unter sich waren.

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Ok. Da waren noch ein paar tausend andere und bei der Bestuhlung im Olympiastadion merkt man auch recht deutlich, dass man nicht allein ist. Ausverkauft war das Konzert nicht. Aber es war doch ordentlich voll. So wurde schon die Anfahrt mit der U-Bahn zur Qual bei 58 Grad und 120% Luftfeuchtigkeit. Und auf Grund des Altersdurchschnitt der Konzertbesucher, konnte man auch nicht sagen, dass man sich spontan gewünscht hätte, dass sich alle ihrer Kleider entledigen würden. Wir waren wohl gut im Schnitt oder sogar noch darunter.

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Einige nutzen übrigens gerne die Gelegenheit im Olympiastadion, um mal alte Freunde wieder zu sehen (wenn auch nur aus der Entfernung).

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Aber kommen wir nun zum Konzert selbst:

19:00 Uhr stand auf den Karten. Eine Vorband gab es nicht. Dafür Werbevideos über die zwei riesigen ovalen Videoleinwänden links und rechts der Bühne. Es muss etwa 21:30 Uhr gewesen sein, als Genesis anfing. Dafür spielten sie ein recht langes Set mir ausgiebigen Zugaben.

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Die Visualisierung war unglaublich gut gelungen. Der Bühnenaufbau hat sehr organische Formen, die durch Ausfahren und Aufspannen weiterer Elemente verändert werden konnte. Die Rückwand der Bühne, diente neben den Seitenleinwänden ebenfalls zur Videoprojektion. Und wie auch auf den zwei Konzerten zuvor wurden Lifebilder der Band und später auch des Publikums gemischt mit Computeranimationen.

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Genesis spielte sehr viele Stücke aus den 1970gern und einiges aus den 1980gern. Wie zu Erwarten war, gab es kein Stück von der Calling all Stations. Dafür freute ich mich über diverse ausgedehnte Instrumentalteile. Tonight, Tonight, Tonight war leider an der spannendsten Stelle zuende. Und etwas störte mich dann doch, dass teilweise sowohl Stückreihenfolge, wie auch Übergänge exakt, wie auf der “We can dance”-Tour waren. Ich bin ich von Künstlern, wie z.B. Depeche Mode sehr verwöhnt, die sich für ihre Songs jede Tour etwas neues einfallen lassen.

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Etwas erschreckt musste ich feststellen, dass meine Bühnenhelden tatsächlich sichtlich in die Jahre gekommen sind. Gespielt haben sie ausgezeichnet. Der Sound war fürs Olympiastadion echt gut. Unsere Plätze hingegen waren nicht nur für die Optik nicht die besten, sondern auch für den Sound.

Heute früh auf Radio 1 hörte ich dann die Kritik zu dem Konzert. Dort wurde noch der starke Regen erwähnt, der mich nicht weiter störte, weil ich überdacht gesessen hatte. Allerdings war ich etwas ratlos, als der Konzertkritiker dann so etwas sagte, wie: Er sei dankbar gewesen, dass Genesis die guten alten Progressive Rock Stücke gespielt haben und nicht z.B. “In the air tonight”. Das darf einem aber als von Rundfunkgebühren bezahlter Journalist nicht passieren! In the air tonight ist ein Solostück von Phil Collins – und das hört man auch sehr deutlich! Thomas G. relativierte die Aussage mit: “Man muss Phil Collins eigentlich immer dankbar sein, wenn er nicht In the air tonight spielt!”

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Wir waren gestern Zeugen eines denkwürdigen Konzertereignisses und ich bin froh, das Geld dafür investiert zu haben. Es war “etwas ganz besonderes”, wie Phil Collins immer wieder auf Deutsch sagte, wie er viele Ansagen versucht hatte auf Deutsch zu sagen. Ein großer Entertainer in mitten einer fantastischen Band. Und immer wieder holte er seine eigene kleine Digitalkamera heraus, um das Publikum zu fotografieren. Die schossen zurück. Bestimmt jeder 100ste hatte auch seine kleine Digitalkamera dabei. Ich selbst war nur mit meinem Handy da. Aber was braucht man mehr? Ach ja richtig! Den Konzertmitschnitt… und den habe ich auf TheMusic.com gleich mal vorbestellt.

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7 Gedanken zu „Genesis im Olympiastadion in Berlin“

  1. Zwei Punkte hätte ich noch nachzutragen:

    1. Bevor es jemand anderes merkt: Die Tour zu „We can’t dance“ hieß damals natürlich „The way we walk“.

    2. Die Bemerkung bezügl. „In the air tonight“ habe ich nur des Unterhaltungswertes als Zitat übernommen. Ich selbst höre auch ab und an mal das Face Value-Album. Der größte Fehler, den In the air tonight hat ist IMHO, dass es damals ein wenig zu oft im Radio gespielt wurde.

  2. Drei Anmerkungen meinerseits:
    1) Sie haben schon früher angefangen, so gegen 20:10 Uhr, also beste „Prime Time“. Das Konzert dauerte dann circa erfreuliche 2:45 h.

    2) Dumme gebührenbezahlte Moderatoren nennen das eher einfältige Fill-In aus „In The Air „tonight“ auch immer wieder ein tolles Schlagzeugsolo…

    3) Ich war begeistert, was für ein guter, routinierter Sänger der kleine (inzwischen dicke) Drummer noch immer ist. Hut ab…

    m

  3. Stimmt! Wenn ich 21:30 Uhr schrub, meinte ich natürlich 20:30 Uhr. Aber Marc kann auch Recht haben.

    Wer von Schlagzeugsoli spricht und das total toll findet, sollte mal Land of Confusion am Schlagzeug einstudieren :-)

    Die Jungs waren alle unglaublich gut!

  4. War hammergeil könnta euch gar nie vorstellen. Mehr als empfehlenswert. Das beste Konzert was ich je gesehen hab!!!!!!!!!!!!!!

  5. Hallo,

    auch ich war bei der „the way we walk Tour“ und man glaubt es kaum,bei der Tour 1987 „Invisible Touch Tour 87“ in Mannheim. Und dort hat es auch geregnet. Wie auch immer, ich war leider nicht in Berlin beim Konzert. Seit 2004 lebend in Irland habe ich mir allerdimgs die DVD geholt „when in Rome“ und sage nur Hut ab. Das Konzert muss toll gewesen sein auch ohne „in the air tonight“ (Scherz). Schöne Bilder. Danke und slainthe aus Dublin

    Martin

  6. Hallo,

    ich war zum Zeitpunkt des Konzertbesuchs zwar erst 15, doch diese Musik hat mich irgendwo tief getroffen.
    Dieser Style und Phil Collins, der sowieso mein Leblingsmusiker ist, haben mich erfasst.
    Ich liebe diese Musik einfach und habe schon viele Songs selbst nachgespielt (Schlagzeug) und -gesungen.
    Ich war auch bei dem Konzert in Berlin bei ,,Turn it on again – The Tour“….ich hab mich bei den Stehplätzen
    so weit ach vorn gekämpft wie ich konnte um meine Helden zu sehen.
    Ich muss sagen, dieses Knzert war das schönste Erlebnis das ich bis dahin hatte.

    Grüße von einem riesigen Genesis-Fan
    Hans-Christian Preuß

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