Was wird und was bleibt wichtig?

Die letzte Korrektur für den „Stichtag“, also der geschätzten Geburt meines ersten Kindes, ist der 26. April 2007. Damit wird es jetzt ernst. Im Grunde ist alles vorbereitet. Die Taschen für den Kreißsaal sind gepackt, Stubenwagen und Wickeltisch sind aufgebaut.

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Allerdings standen noch diverse Kisten im Kinderzimmer. Schließlich mussten wir für den neuen Erdenbürger unser Arbeitszimmer räumen. Also musste rundgetauscht werden. Ich musste mich von meiner Sammlung historischer Computer trennen (einen der erste Macs, eine NeXT Station, ein Amiga 600 usw.). Ferner gab es noch einige Regale voll Aktenordner mit Unterlagen, die ich im
Studium gesammelt habe.

Geworben wird ja zur Zeit massiv mit „Kinder sind Zukunft“. Ich kann so ein Kind aber allein dazu empfehlen herauszufinden, was wirklich wichtig ist – und das ist fast nicht. Zumindest ist es nichts, was man im Keller aufheben kann.

Nun halte ich es für den falschen Ansatz, sein ganzes Leben aufzugeben und nur noch dem Kind zu widmen. Natürlich werde ich das tun. Aber Hobbys und Beruf werde ich auch weiter pflegen. Denn selbstverständlich müssen wir den Kindern ja auch Vorbild sein. Gegen was sollen sie denn rebellieren, wenn wir gar nichts mehr verkörpern. Mein Sohn wird vermutlich volkstümliche Musik hören, großer Fan von Naturheilmitteln sein und jedes Ziel mit dem Auto erreichen. Aber das ist ein ganz anderes Thema und muss vermutlich auch so sein.

Ich habe fast alles aus dem Studium in den Papiermüll befördert. Wahrscheinlich werden meine Aufzeichnungen über Programmiersprachen bald als Zellstofftücher wiedergeboren, mit denen ich meinem Sohn den Hintern abwische. Und vermutlich ist das weit sinnvoller, als die Zettel noch weiter im Keller aufzuheben. Bei den meisten hatte ich schon vergessen, dass sie überhaupt existieren. Was mir heute noch wichtig erschien, kam auf einen Stapel, wird gescannt und kommt in meine Datensammlung (inkl. Backups versteht sich). Dort haben sie wenigstens eine Chance,
von mir gefunden zu werden und nehmen nicht mehr so viel Platz ein.

Mein Technikmuseum versuche ich jetzt an Liebhaber abzugeben oder einer sachgerechten Wiederverwertung zukommen zu lassen. Dafür ist das Kinderzimmer jetzt kistenfrei. Gerade, wo ich das hier schreibe, baut Annette das Kinderbett auf.

Noch immer gibt es eine Liste von Besorgungen und Tätigkeiten, die für das Kind noch zu machen sind. Aber ich behaupte mal gelassen: Das hat alles Zeit und ist alles nicht so wichtig. Es kann losgehen. Die Weichen sind gestellt – offensichtlich jetzt auch emotional. Die Angst vor der Veränderung ist dem Gottvertrauen gewichen, selbst mit den nun folgenden Aufgaben zu wachsen.

Es ist Platz jetzt – Platz zu Hause und im Herzen.

8 Gedanken zu „Was wird und was bleibt wichtig?“

  1. Ich drück Euch die Daumen, das wird bestimmt wunderschön. Und auch, wenns platt klingt.. Geniesst die erste, kostbare Zeit, sie geht soo schnell vorbei..

  2. Ach was, Vorschlafen geht eh nicht. Laßt es einfach auf Euch zukommen, Euer Sohn hat sich Euch so ausgesucht, wie Ihr seid. Also ganz locker bleiben!
    Und wie Lia sagt: genießt es. Nicht nur die erste Zeit. Alles, vorher, während, und überhaupt.
    Alles Gute!!!

  3. Leute, ihr irritiert mich ja irgendwie immer. Meine Voraussagen, was hier überhaupt oder zu heftigen Diskussionen führt sind praktisch immer falsch.

    Ich kündige schon mal an dieser Stelle an, dass ich mindestens bezüglich Blog recht sparsam mit Informationen zu unserem Kind sein werde, obwohl das offensichtlich sehr populär wäre. Ich lasse es Euch aber wissen, wenn es so weit ist und gebe dann an dieser Stelle die wichtgsten Eckdaten für das Baby-Quartettspiel bekannt (Bruttoregistertonnen, Reichweite, Verdrängung usw.).

    Also nicht böse sein, wenn der Telfonstecker dann erst einmal draußen, alle Handys aus sind und alle nur ihre Ruhe haben wollen. Wir stellen unserem Sohn dann in den nächsten Jahren schon noch alle Bekannten und Freunde vor ;-)

  4. Ich hoffe, euch beiden (dreien?) geht´s gut. Da der aktuelle Tag ja noch nicht auf der Website ist, weiß ich nicht, ob inzwischen nicht eure Zweisamkeit Geschichte ist. Ich tu´mal so, als wäre das nicht der Fall! :) Ich drücke euch alle Daumen (und alles, was ich noch so drücken kann) dass ihr alles gut übersteht und dass euer Sohnemann euch von Zeit zu Zeit auch mal schlafen lässt (aber bei den Eltern :)) ICH WÜNSCH EUCH N’UR DAS BESTE!!!!!!! (Das Foto von Annette finde ich übrigens sehr schön, sie strahlt richtig)

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