Marktanalyse und Konsumentenbefragung

befragung1.png

Es ist schon ein paar Tage her, als ich einen Brief inkl. Rückumschlag im Briefkasten fand, mit einer „Marktanalyse und Konsumentenbefragung“. Irgendwann habe ich mir irgendwo einen Speicherplatz in der großen Konsumentendatenbank eingetreten. Und sowas wird man faktisch nicht mehr los. Meist wissen die Anbieter gar nicht, wo sie die Adressen eingekauft haben.

befragung2.png

 

Zwar wird im Brief darauf hingewiesen, dass man der weiteren Verwendung der eigenen Daten widersprechen möchte (mit anderen Worten: „Lasst mich mit Eurem Werbescheiss zufrieden! Ich suche mir schon selbst meine Produkte raus die ich brauche. Außerdem bekomme ich schon hinreichend viele Verbraucherinformationen über Fernsehen, Zeitung, Internet usw. usw.“), aber ein Feld zum Ankreuzen gibt es auf dem Fragebogen natürlich nicht.

befragung3.png

Komisch, denn zum Ankreuzen gibt es eigentlich genug. So wird z.B. gefragt, ob ich Haarausfall habe – oder jemand aus meinem Haushalt. Ach so, über die Krampfadern meiner Frau soll ich also auch Auskunft geben. Genauso interessiert auch das Hörgerät meiner Mutter, die bei mir zu Hause wohnt.

befragung4.png

Darüber, dass Esoterik mein Hobby ist, will man natürlich auch Bescheid wissen. „Vereinsarbeit“ so allgemein als Hobby find ich eigentlich klasse. Ist doch egal, in welchem Verein man ist ;-)

befragung5.png

Wie anfällig ich gegen Datenschutzkatastrophen, wie personalisierte Kundenkarten bin, fragt man hier auf subtile Art und Weise nach. Hauptsache ich kann Punkte sammeln und hab am Ende dann einen Toaster.

befragung6.png

Und damit meine Kinder dann gleich richtig ins Leben durchstarten können, werden diese hier gleich inkl. Geburtsjahr und Geschlecht erfasst. In anderen Fragen wird auch gleich abgeklopft, ob sie denn bald ausziehen etc. Man will ja keine Karteileichen in der großen Kundenzufriedenheitsdatenbank.

Nicht nur ich finde dieses Papier höchst verdächtig. Auch das ULD ist wieder einmal mit mir der selben Meinung.

Meine Antwort sah dann so aus (evtl. als Textvorlage für eigene Antworten):

Widerspruch gegen Verarbeitung meiner Daten
Sehr geehrter Damen und Herren,
hiermit widerspreche ich der Verarbeitung meiner Daten gemäß BlnDSG
§7 bzw. BDSG §35 (2) und fordere hiermit die Löschung aller zu meiner Person erfassten Daten.

Mit freundlichen Grüßen

antwortschreiben.pdf

Die LaTeX-Quellen für den Brief schicke ich gerne auf Anfrage, um den Aufwand, den man damit hat, einfach nur seine Ruhe zu haben möglichst gering zu halten.

3 Gedanken zu „Marktanalyse und Konsumentenbefragung“

  1. Fett!

    So richtig dreist wären noch die Aufforderung, gegen Toaster-Belohnung 25 weitere Adressen aus dem Bekanntenkreis einzutragen. Versicherungen machen sowas ja schon.

  2. Ich hoffe du liest diesen Comment noch, aber koenntest du mir die LaTeX Quellen zu dem Schreiben, an meine angegebene E-Mail schicken?
    Waer super cool. :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.