Autofahren und Physik

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Auf dem Weg zur Arbeite laufe ich etwa 500 Meter den Wilhelmsruher Damm runter. Auf dieser Strecke ich habe ich zwei mal zwei Autos gesehen, die mit Warndreieck und Pannenblinker da standen. Unfälle. Keine kleinen Sachen. Ob mit oder ohne Personenschade weiss ich nicht. Aber bei der Frequenz von Unfällen ist das nur eine Frage der Zeit.

Wie kommen diese Unfälle zustande?

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Antwort: Autofahrer verdrängen alles, was sie über Phsysik gelernt haben, sobald sie den Zündschlüssel umgedreht haben.
Das Problem ist eigentlich nicht neu. Die Strassen werden nass und auf der Fahrbahn bildet sich ein Film aus Wasser, Blütenstaub, Laub und Dreck. Ich habe in der Fahrschule noch gelernt, dass man in solchen Situationen seinen Fahrstil anpassen sollte. Das passt dann aber in der Regel wohl nicht zum engen Zeitplan der meisten Menschen. Wie würde mein Onkel (der Polizist) dazu sagen: „Naja, danach haben sie dann sehr viel Zeit!“

Mein Aufruf geht ohnehin in die Richtung: „Lasst doch mal das Auto stehen.“ Aber damit bin ich ja in Deutschland fehl am Platz. Aber wenn man mit seinem geliebten Auto durch den Herbst fährt, dann doch bitte entsprechend vorsichtig. Es kommen doch noch Glatteis, Schnee usw. dazu. Achso… und es gibt auch diese Winterreifen. Die bringen eine Menge. Das heisst aber nicht, dass man damit auf nassem Laub schneller zum Stehen kommt.

Und wenn nicht für Euer Auto, dann für die Menschen, Dir ihr gefährdet (übrigens egal, wie vorsichtig Ihr seid). Und wenn Ihr meint, dass ihr ja die Höllenautofahrer seid, die fehlerlos durch den Straßenverkehr heizen, dann denk doch daran, dass es viele andere (wie mich gibt), die einfach nicht Auto fahren können.

Morgen bin ich wohl wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Ohne Winterreifen. Ich werde vorsichtig sein. Denn die Bremswege sind bei dem Wetter auch oder gerade bei Fahrrädern unglaublich lang. Trotzdem: Drückt mir mal die Daumen, dass ich heil durch Berlin komme!

3 Gedanken zu „Autofahren und Physik“

  1. Das schaffst Du schon, Hildi! :)

    Mal im Ernst, ich habe immer das Gefühl, dass die meisten Autofahrer nicht nur die einfachsten physikalischen Sachen vergessen, sondern auch direkt ihr Hirn ausschalten, sobald sie den Zündschlüssel gedreht haben. Besonders auffällig wird das, sobald eine einzelne Schneeflocke sich aus den Wolken stürzt. Die Leute fahren dann, als wären sie noch nie bei Schnee oder Glätte gefahren und alles wird schrecklich ungemütlich. Klar sehe ich ein, dass man in einer Stadt nicht wirklich so die Erfahrung mit Schnee hat, aber warum man dann trotzdem panisch Autofahren muss und nicht lieber die Öffis nimmt, wird sich mir nie erschliessen, fürchte ich.

  2. In jedem Bus der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin sitzen in der Regel etwa 80 Gründe, weshalb man ihn nicht benutzen möchte. Ein Grund davon direkt hinterm Lenker. Trotzdem ist das für mich immer noch die weit bessere Alternative. Das liegt einfach daran, dass die Leute in Bus und Bahn im schlimmsten Fall nerven. Gefährlicher ist es für mich hinterm Steuer auf jeden Fall. Was letzten wieder auf der Stadtautobahn alles passiert ist, will ich hier gar nicht aufzählen.

    Das mit dem Abschalten des Hirns hat mich gestern auf dem Heimweg wieder extrem aufgeregt:

    Ich bin BVG (Berliner ÖPNV) gefahren und wurde beim Überqueren der Fußgängerampel angehupt. Grund: Während ich mitten auf der Kreuzung war, war doch die Fußgängerampel schon rot. Und der Autofahrer (leider mal wieder ein Rentner mit Hut) wollte doch rechts abbiegen. Ich habe nur zurückgemeckert und bin etwas langsamer gelaufen. Dann habe ich mich den ganzen Abend geärgert, dass ich den Mann nicht an den Rand gewunken habe, um ihn mal zu erklären, wie das mit den Fußgängern ist oder mit wahlweise sein Kennzeichen notiert habe, um ihn wenigstens mal eine Anzeige wegen Nötigung zu verpassen. Egal, ob das erfolgreich gewesen wäre oder nicht. Mir hätte es gereicht, wenn es ihn etwas näher an seinen Herzinfarkt geführt hätte, denn ich habe beinahe einen bekommen. Ich reagiere immer noch sehr stark emotional auf solchen Stress im Straßenverkehr – besonders als Fußgänger oder Radfahrer.

  3. Während Personen, die hinter dem Steuer ihres eigenen Autos sitzen immerhin noch 20% ihres Gehirns benutzen, wird die genutzte Kapazität auf 0% abgesenkt, sobald man hinter dem Steuer eines bspw. Mietwagens sitzt.

    (bin seit 12 Jahren und ca. 500.000km unfallfrei)

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