Dumpfes Grau im Kopf und Silberhalogenide für die Seele

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Nachdem es den ganzen Tag geregnet hatte und die Stadt in einem Schleier von trüben Grau verschwunden war, der begann, sich bis in meinen Kopf vorzudrängen, verabschiedete sich die Sonne, indem sie mit aller Macht durch die Wolkendecke stieß. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits auf dem Weg zum LichtMal und blickte von der S-Bahnstation Tiergarten auf die Straße des 17. Juni. Das Licht war gespenstisch, unheimlich aber doch warm und willkommen nach dem grauen Tag. Leider vermag ich dieses Licht nicht wirklich wiederzugeben.

Es ist mein vorletzter Tag auf Arbeit gewesen, bevor ich erst einmal eine Woche Urlaub mache. Morgen fahren wir nach Dresden, wo wir standesamtlich heiraten werden.

Auf Arbeit bereitete ich einen Vortrag zum Thema „sichere Webprogrammierung“ vor (SQL-Injections und andere Späße verhindern). Vor allem aber findet hier ein Workshop übernächste Woche statt, den ich vorbereiten musste. Leider fehlt noch viel dazu und ich muss einiges verschieben. Das gibt ein ungutes Gefühl. Denn die TU gibt viel Geld aus, für den Workshop und mir liegt viel daran, ihn erfolgreich werden zu lassen. Eine gute Vorbereitung gäbe da ein gutes Gefühl.

Auch ziehen wir mit den Büros um. Ich hatte das schon mal hier erwähnt. Es geht vom Mathegebäude (5. Stock) in den Elektronik Neubau (Erdgeschoss). Ich habe hierfür praktisch noch nichts vorbereitet.

Auf dem Weg zum LichtMal besorgte ich mir ein Brötchen. In der Dunkelkammer besserte sich meine Stimmung schlagartig. Heute machte ich zwar nur Kontakte. Aber ein Überblick über die Bilder auf PE ist schön. Nach ein paar Minuten hat man ein Ergebnis in der Hand. Schwarz auf Weiss… was für ein Schwarz und was für ein Weiss. Und es macht sich das Gefühl breit, etwas geschaffen zu haben. Man hält ein Stück Ergebnis seiner Arbeit in der Hand. Da trocknet es. Man kann es anfassen und vor allem sehen. Ich war sehr zufrieden.

Annette holte mich vom LichtMal ab und wir fuhren nach Hause, wo wir noch Restsuppe und Restpizza verdrückten. Papa kam noch rüber, um (vermutlich für die Hochzeitszeitung oder was ähnliches) Fotos von uns zu machen. Total verpennt und fertig. Na, da bin ich ja gespannt drauf.

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