Warum heute noch Blogs?

Wenn das Thema mal wieder auf dieses Weblog fällt oder Freunde, Bekannte oder Kollegen zufällig wieder einmal darauf gestoßen sind, sind die Reaktionen selten euphorisch. Blogs sind so Achtziger. Heute gibt es viele Social Media Dienste, die viel cooler sind, als Blogs, wie Twitter, Facebook, Google+ usw. Auch wird von der Kommerzialisierung der Blogs gesprochen. Und überhaupt: Wer wollte je das ungefilterte Verbaldiarrhö von einem unbekannten Autoren lesen? Weblogs zu führen kosten Zeit, werden heute nicht mehr gelesen und haben, wenn man Pech hat auch noch juristische Konsequenzen (gleiches gilt übrigens für Facebook-Postings o.ä. auch).

Als Kind der Achtziger weiß ich natürlich, dass damals sowieso alles besser war, bis die Schrippen teurer wurden und alles den Bach runter ging.

Aber im Ernst: Nur das eigene Weblog ermöglicht es, die Kontrolle über die eigene Inhalte zu behalten. Kein Facebook-Algorithmus errechnet, für wen der Artikel interessant sein könnte. Niemand schreibt vor, welche Inhalte gerade „in“ sind oder nach welchen Regeln sie geschrieben sein sollen. Selbst für die Leser gibt es Vorteile. So könnten Datenspuren maximal auf dem gerade besuchten Weblog abgegriffen werden und es gibt niemanden außer Sender und Empfänger, die darüber entscheiden, was geschrieben und was gelesen wird.

Meiner Überzeugung nach muss das Internet wieder dezentraler werden. Wir müssen weg von Monopolisten, hin zu dezentralen Strukturen, die sich schwer überwachen, kontrollieren und manipulieren lassen. Auf Weblogs zu verzichten, wäre also ein Schritt in die falsche Richtung.

Auch andere Weblog-Autoren stellen sich immer wieder die Sinnfrage und kommen z.B. zum Ergebnis, die Inhalte überdenken zu müssen. Ich denke, dass Blogs keine Leser brauchen und trotzdem nützlich sein können. Zahllose Recherchen im Netz zu unterschiedlichsten Themen haben mir das gezeigt. Im Zweifel bin ich mein eigener Leser und habe etwas für mich festgehalten, das ich später an prominenter Stelle wiederfinden kann.

Und so komme ich dazu an dieser Stelle gegen jeden gut gemeinten Rat fortzufahren mit folgenden mir selbst auferlegten Regeln. Meinem Hildiblog Manifest.

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