Bankgeheimnis? Es wird gemacht, was möglich ist!

Es ist noch nicht so lange her, da argumentierte ich gegen einen Datenschützer, dass man den Datenmisbrauch nicht immer elektronisch ausschließen muss, sondern an sinnvoller Stelle auch gesetzlich regulieren kann. Die Argumentation des Datenschützers war: „Gesetze sind veränderbar.“ Meine Antwort war: „Technik auch.“

Heute stelle ich mich auf seine Seite. Datenschutz muss möglichst schon bei Einführung der Technik berücksichtigt werden. Denn selbst (oder gerade) hier in Deutschland wird Datenschutz hier und jetzt mit Füßen getreten. Eine Tatsache, für die ich wenig bis kein Verständnis habe. Ich bin sehr für Transparenz. Dann soll das Bankgeheimnis aufgelöst werden. Jeder kann von jedem die Transaktionen einsehen. Wird sicherlich interessant.

Ein Weg, den wir auf jeden Fall weiter verfolgen sollten, ist die Einführung Datenschutz-fördernder Technologie. Und dann brauchen wir Aufklärung, Aufklärung und Aufklärung. Umgang mit Daten ist ein Qualitätsmerkmal, auf das man als Kunde achten sollte.

6 Gedanken zu „Bankgeheimnis? Es wird gemacht, was möglich ist!“

  1. Datenschutzfördernde techniken sind auch für den A*.

    Schau, klar haben wir SSL für die Übertragung von Mails. Fazit: Jetzt müssen wir zum Abhören Technik einsetzen, die es ermöglicht, genau das zu knacken. Und so wird es mit jeder Technik sein, die die Privatsphäre schützen soll.

  2. Ich rede nicht von einfacher Krypto, wie bei SSL. Ich rede davon, Datenaufkommen zu vermeiden. Die Protokolle und Applikationen müssten so gestaltet sein, dass es einfach nichts zu „belauschen“ gibt. Was den Schutz der Privatsphäre angeht, sind wir heute schon ziemlich gekniffen. GPG ist mal ein Anfang für E-Mail. Ansonsten trefft Euch doch mal wieder öfter persönlich 😉

  3. Krypto ist nur ein Beispiel. Wir werden ja auch aller Voraussicht nach dazu verpflichtet, Dinge für viele Monate in Logs vorzuhalten, die wir bisher gar nicht erst geloggt haben. Und wenn GPG jemals zur Gefahr wird, dann wird das eben verboten und Du darfst nur noch S/MIME machen mit zentral generierten und gespeicherten privaten Schlüsseln…

    Sorry, nach allem, was ich in den letzten paar Jahren gesehen habe – und wenn ich lese, daß man die sogenannten Anti-Terror-Gesetze völlig problemlos verlängert ohne sie überhaupt nocheinmal zu prüfen – scheint mir jede Idee in dieser Richtung einfach nur realitätsferner Idealismus.

  4. Lösen lassen sich diese Probleme nur politisch. Die Bevölkerung fühlt sich durch die Lausch- und Verdächtigungsaktionen unseres Landes ja nicht belästigt („Ich hab ja nix zu verbergen.“). Es ist so ähnlich, wie mit der Umweltzerstörung, mit Kriegen oder schlechter Musik (entschuldigt den schlechten Sarkasmus an dieser Stelle, ich konnte dem Gag nicht wiederstehen): Im großen ist man praktisch gesehen machtlos. Trotzdem hat eigentlich jeder die moralische Verpflichtung, sein möglichstes dagegen zu tun. Idealismus hin oder her. Es kann nur schlimmer werden. Und GPG wirkt, BIS es zu einem Problem wird. Das entscheidende ist, stetig gegenzuhalten und es unseren informationsgeilen „Volksverträtern“ und deren „Schergen“ nicht zu leicht zu machen. Meinen Idealismus bezügl. informationeller Selbstbestimmung werde ICH zumindest noch mit ins Grab nehmen. Und zwischendurch hoffentlich noch dem einen oder anderen auf die Füße getreten sein.

    In diesem Sinne…

  5. Privatsphäre ist nur für die Wissenden. Wir, dfie wir Ahnung von der Materie haben und die Schwächen der Abhörsysteme kennen und erkennen, werden imemr einen Weg finden. Für den Großteil der Bevölkerung ist Hopfen und Malz in dieser Beziehung verloren. Aber wer bei Gewinnspielen mitmacht und ’ne Payback-Karte hat, der muß sich um ein bischen Schnüffelei in seinen E-Mails eh keine Gedanken machen.

  6. Na dann ist der Weg doch klar. So viele, wie möglich mit ins Boot holen. Es muss einfach immer mehr „Wissende“ geben. Es gibt noch genügend Leute, die nicht lernresistent sind. Und die anderen müssen wir überzeugen. Alles ist besser, als sich an den Füßen zu spielen, wie Marc immer sagt.

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